Systhema - Jahrgang 2026

Systhema - Heft 1 - 2026

VORWORT

Andreas Klink
S. 4–6

 

Jens Förster und Manfred Nußbaum:

Ichgrenzen – Seile als Arbeitsmittel in Therapie, Coaching und Supervision

S. 7–18

 

Zusammenfassung

Der Artikel stellt die Arbeit mit Seilen in Therapie, Coaching und Supervision als methodischen Ansatz vor, um Unterschiede, Grenzen und Selbstkonstruktionen sichtbar zu machen. Seile dienen dabei als Mittel zur Externalisierung und zur Markierung von Ich-, System- und Wertegrenzen und ermöglichen eine körperlich-narrative Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstkonzept. Theoretisch basiert der Ansatz auf systemtheoretischen, strukturellen und narrativen Modellen sowie auf Konzepten des Embodiments, von GLOMOsys und Cognitive Tuning. Ziel ist nicht die Entdeckung eines „wahren Selbst“, sondern die Entwicklung neuer, plausibler und hilfreicher Selbstnarrationen. Durch den Einsatz von Black-Box-Methoden wird Selbstorganisation im Sinne der Kybernetik 2. Ordnung gefördert und therapeutische Einflussnahme bewusst reduziert.

 

Abstract

The article presents interventions with ropes in therapy, coaching and supervision as a methodological approach to visualize differences, boundaries and self-constructions. Ropes serve as a means of externalising and marking ego systems and value bounda-ries, enabling a physical-narrative exploration of one's own self-concept. Theoretically, the approach is based on systems theory, structural and narrative models, as well as concepts of embodiment, GLOMOsys and cognitive tuning. The goal is not to discover a ‘true self,’ but to develop new, plausible and helpful self-narratives. The use of black box methods promotes self-organisation in the sense of second-order cybernetics and consciously reduces therapeutic influence.

 

 

Julika Hülsemann und Angela Kornau: 

Diversität in der systemischen Beratung – Praktiken und Spannungsfelder 

S. 19–31

 

Zusammenfassung

Der Artikel beleuchtet mithilfe von Expert*inneninterviews, wie systemisch Beratende Diversität verstehen und welche Interventionen sie in der Beratung nutzen. Es zeigen sich fünf diversitätsorientierte Beratungspraktiken: (1) Prozessbegleitende Haltung unterbrechen, (2) (Selbst-)Positionierung, (3) Einbindung (diversitäts-)kritischen Wissens, (4) Innere Zugänge für Scham und Selbstbeobachtung schaffen und (5) Differenzierte Begriffsverwendungen im Kontakt mit Klient*innen. Dabei tun sich in der Praxis komplexe Spannungsfelder zwischen der systemischen Haltung und einer machtkritischen Einbindung gesellschaftlicher Strukturen von Diskriminierung und Privilegierung auf, die in diesem Artikel nuanciert diskutiert werden.

 

Abstract

With the help of expert interviews, the article sheds light on how systemic consultants understand diversity and what interventions they use in counseling. Five diversity-oriented counseling practices emerge: (1) interrupting process-oriented approach, (2) (self-)positioning, (3) incorporating (diversity-)critical knowledge, (4) creating inner access for shame and self-observation, and (5) differentiated use of terms in contact with clients. In practice, complex areas of tension arise between the systemic attitude and a power-critical integration of social structures of discrimination and privilege, which are discussed in a nuanced way in this article. 

 

 

Haja (Johann Jakob) Molter: 

Virginia Satir

S. 32–40

 

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt der Autor das Leben, Werk und die Wirkung Virginia Satirs vor, einer Pionierin der systemischen Familientherapie. Er erläutert Satirs Ansatz, ganze Familien zu behandeln, persönliche und körperliche Einbringung in die Therapie sowie die Beachtung von Beziehungsmustern und innerpsychischen Prozessen. Zentrale Elemente ihres Modells, wie das Selbstwertkonzept, das Bewusstheitsrad und die fünf Kommunikationsformen, werden dargestellt und hinsichtlich ihrer praxisnahen Anwendbarkeit erklärt. Ein Schwerpunkt liegt auf Satirs Innovationen, insbesondere der Arbeit mit Familienskulpturen und Familien(re)konstruktionen, die emotionale, körperliche und mehrgenerationale Dynamiken sichtbar machen. Außerdem beleuchtet der Beitrag Satirs Integration von Spiritualität, Embodiment und inneren Anteilen in die therapeutische Praxis sowie ihren Einfluss auf spätere systemische und aufstellungsorientierte Ansätze. Abschließend wird ihr Beitrag zur Entwicklung der Familientherapie kritisch reflektiert.

 

Abstract

In this article, the author presents the life, work and influence of Virginia Satir, a pio-neer of systemic family therapy. He explains Satir's approach to treating entire families, personal and physical involvement in therapy, and attention to relationship patterns and inner psychological processes. Key elements of her model, such as the self-esteem concept, the wheel of awareness and the five forms of communication, are presented and explained in terms of their practical applicability. One focus is on Satir's innovations, in particular her work with family sculptures and family (re)constructions, which reveal emotional, physical and multigenerational dynamics. The article also highlights Satir's integration of spirituality, embodiment and inner parts into therapeutic practice, as well as her influence on later systemic and constellation-oriented approaches. Finally, her contribution to the development of family therapy is critically reflected upon.

 

 

Elsa de Giorgi: 

Multifamilientherapie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung

S. 41–48

 

Zusammenfassung

Multifamilientherapie (MFT) ist ein gruppentherapeutisches Setting, das Familien mit ähnlichen Belastungen zusammenbringt und ihnen ermöglicht, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und neue Perspektiven auf festgefahrene Beziehungsmuster zu entwickeln. Der folgende Artikel beschreibt die theoretischen Grundlagen, zentralen Wirkfaktoren und praktischen Erfahrungen mit Multifamilientherapie im kinder- und jugendpsychiatrischen Kontext. Anhand eines anonymisierten Praxisverlaufs wird aufgezeigt, welchen Mehrwert dieses Setting für Familien und therapeutische Prozesse bieten kann.

 

Abstract

Multifamily therapy (MFT) is a group therapy setting that brings together families with similar problems, enabling them to learn from each other, support each other and develop new perspectives on entrenched relationship patterns. The following article describes the theoretical foundations, key factors and practical experiences with multi-family therapy in the context of child and adolescent psychiatry. An anonymised case study is used to illustrate the added value this setting can offer families and therapeutic processes.

 

 

Stefan Becker: 

Zur Architektur tragfähiger Entscheidungen: Praktiken der Selbstbeobachtung, Selbstunterscheidung und Selbstbestimmung

S. 49–60

 

Zusammenfassung

Anhand der Arbeit mit Bodenankern untersucht der Autor, wie die Schauplätze inneren Erlebens so beobachtbar werden, dass sie zu tragfähigen Entscheidungen führen. Dazu kombiniert er Methoden aus dem Handlungskonzept Gewaltfreie Kommunikation mit dem Triadischen Prinzip. Aus einer Verbindung von personzentrierter und systemischer Arbeit entstehen Bodenanker-architekturen, in denen sich Beobachtungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen erweitern. Dabei spielt insbesondere die Blickwendung von Mangelbedürfnissen hin auf Werte, die nicht im Mangel sein können, eine entscheidende Rolle.

 

Abstract

Through the use of floor anchors, the autors explores how the landscapes of inner ex-perience can be observed in such a way as to lead to sustainable decisions. To this end, he combines methods from the action-oriented approach of Nonviolent Commu-nication with the Triadic Principle. From a fusion of person-centered and systemic work, floor anchor architectures emerge that expand the possibilities for observation and action. In this process, a crucial role is played by shifting the focus from deficiency needs to values that cannot be lacking.

 

 

Linda Lingenberg: 

Fachkraft und Klient*in im Fokus – ein Teamprozess zu Haltung, Ressourcen und gelingender Beziehungs- und Bezugsarbeit in der stationären Jugendhilfe

S. 61–69

 

Zusammenfassung:

In diesem Beitrag skizziert die Autorin die konzeptionelle und methodische Struktur eines Teamtages, der im Rahmen ihrer Tätigkeit als Gruppenleitung einer Jungen-Wohngruppe durchgeführt wurde. Ziel war es, die pädagogische Haltung des Teams zu reflektieren, die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Fachkräfte zu schärfen und die Klient*innenorientierung in der täglichen Arbeit nachhaltig zu stärken. Durch interaktive Methoden wie Portfolios, Reflecting-Team und vorbereitete Reflexionsfragen wurden die individuellen Ressourcen, Bedürfnisse und Triggerpunkte von Jugendlichen und Mitarbeitenden sichtbar gemacht. Anschließend sind die gewonnenen Erkenntnisse in Bezugsgespräche, Fallberatungen und Auswahlprozesse für Bezugspersonen systematisch implementiert worden. Abschließend wird aufgezeigt, wie die Methoden langfristig im Arbeitsalltag verankert, weiterentwickelt und zur Förderung einer wertschätzenden Teamkultur genutzt werden.

 

Abstract

In this article, the author outlines the conceptual and methodological structure of a team day that was held as part of her work as group leader of a residential group for boys. The aim was to reflect on the team's educational approach, to sharpen the self-perception and external perception of the professionals, and to strengthen client orientation in their daily work in the long term. Interactive methods such as portfolios, reflecting teams and prepared reflection questions were used to highlight the individual re-sources, needs and trigger points of young people and staff. The insights gained were then systematically implemented in reference discussions, case consultations and se-lection processes for reference persons. Finally, the report shows how the methods can be anchored in everyday work in the long term, further developed and used to promote an appreciative team culture.

 

 

Laura Wortmann: 

Empowerment in der Mädchenwohngruppe: Ein systemischer Workshop in fünf Einheiten

S. 70–79

 

Zusammenfassung

In diesem Beitrag wird ein Empowerment-Workshop beschrieben, der sich an Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren in einer stationären Wohngruppe richtet, mit dem Ziel, Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Ressourcenbewusstsein zu stärken. In fünf aufeinander aufbauenden Einheiten arbeiten die Teilnehmerinnen zu den Themen Selbstbild, Stärken, Grenzen, Visionen und persönliche Entwicklung. Systemische Methoden wie zirkuläre Fragen, Bodenanker, Skalierungsübungen sowie kreative und symbolische Ausdrucksformen ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu inneren Prozessen und Perspektivwechseln. Die Mädchen reflektieren biografische Stärkeerfahrungen, entwickeln persönliche Visionen und setzen sich kreativ mit ihren Wünschen, Zielen und Grenzen auseinander. Gegenseitige Wertschätzung und ritualisierte Feedbackrunden fördern ein achtsames Gruppenklima und stärken das Erleben eigener Kompetenz. Reflexion und Abschlussrituale ermöglichen den Teilnehmerinnen, ihre persönliche Entwicklung sichtbar zu machen und den Prozess bewusst abzuschließen. Insgesamt zeigen die Erfahrungen mit dem Workshop, dass systemisch orientierte Gruppenarbeit in der Jugendhilfe sowohl individuelle Ressourcen als auch kollektive Achtsamkeit wirksam fördern kann.

 

Abstract

This article describes an empowerment workshop aimed at girls aged 11 to 17 living in a residential care home, with the aim of strengthening self-awareness, self-efficacy and resource awareness. In five consecutive units, the participants work on the topics of self-image, strengths, boundaries, visions and personal development. Systemic meth-ods such as circular questions, ground anchors, scaling exercises and creative and symbolic forms of expression enable low-threshold access to inner processes and changes in perspective. The girls reflect on biographical experiences of strength, de-velop personal visions and creatively explore their desires, goals and boundaries. Mu-tual appreciation and ritualised feedback rounds promote a mindful group atmosphere and strengthen the experience of one's own competence. Reflection and closing rituals enable participants to visualise their personal development and consciously conclude the process. Overall, the experiences with the workshop show that systemically orient-ed group work in youth welfare can effectively promote both individual resources and collective mindfulness.

 

 

Antje Geesmann:

„Wie geht es dir?“ – „Gut!“ – Systemische Methoden und ihre Auswirkungen auf die Kommunikation über Befindlichkeiten in einer Gruppenrunde 

S. 80–89

 

Zusammenfassung

Der Beitrag beschäftigt sich mit der gezielten Weiterentwicklung von Befindlichkeitsrunden in einer Eltern-Kind-Wohngruppe durch den Einsatz systemischer und emotionsfokussierter Methoden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Befindlichkeiten im Gruppenkontext häufig nur oberflächlich benannt werden und dadurch wichtige emotionale Informationen ungenutzt bleiben. Beschrieben wird die Implementierung verschiedener Methoden, die darauf abzielen, die Sprachfähigkeit für eigene Gefühle zu erweitern, Selbstreflexion anzuregen und gruppendynamische Prozesse konstruktiv zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit mit elterlicher Präsenz, Perspektivwechseln und der strukturierten Einordnung von Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Verändern. Anhand konkreter Praxisbeispiele werden die Auswirkungen der Methoden auf Gruppenklima, Selbstwirksamkeit und gegenseitige Unterstützung reflektiert. Der Beitrag zeigt auf, wie durch einen sicheren Rahmen, eine wertschätzende Haltung und methodische Vielfalt emotionale Entwicklung im Gruppensetting gefördert werden kann.

 

Abstract

This article deals with the targeted further development of feeling rounds in a parent-child residential group through the use of systemic and emotion-focused methods. The starting point is the observation that feelings in a group context are often only men-tioned superficially, meaning that important emotional information remains untapped. It describes the implementation of various methods that aim to expand the ability to ex-press one's own feelings, encourage self-reflection and constructively support group dynamic processes. A particular focus is placed on working with parental presence, changes of perspective and the structured classification of experiences in the area of conflict between preservation and change. Using concrete practical examples, the ef-fects of the methods on group climate, self-efficacy and mutual support are reflected upon. The article shows how emotional development in a group setting can be pro-moted through a safe framework, an appreciative attitude and methodological diversity.

 

 

Kirsten Balk: 

Systemische Beratung als Bestandteil des Einarbeitungsplans neuer Leitungskräfte

S. 90–96

 

Zusammenfassung

Der Übergang von der fachlichen Mitarbeitendenrolle in eine Leitungsfunktion stellt insbesondere in sozialen Organisationen häufig eine Herausforderung dar. Standardisierte Einarbeitungsformate fokussieren oft auf organisatorische und fachliche Aspekte, während individuelle Rollenfindung, Reflexion des eigenen Führungsverständnisses und systemische Dynamiken vernachlässigt werden, was Unsicherheiten und Belastungen bei neuen Führungskräften fördern kann. In diesem Beitrag beschreibt die Autorin, wie sie ein zeitlich befristetes Beratungsformat implementiert hat, das neue Leitungskräfte parallel zu einer standardisierten Qualifizierungsreihe bei Rollenfindung, Ressourcenstärkung und Konfliktbewältigung unterstützt. Methodisch werden unter anderem Skalierungen, die Systemblume, Aufstellungsarbeit und der „Selbstwerttopf“ eingesetzt, um individuelle Entwicklung, Selbstreflexion und Führungsverhalten zu fördern. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Kombination aus strukturierter Qualifizierung und systemischer Beratung die Sicherheit in der Führungsrolle erhöht, Kommunikation und Teamklima verbessert sowie das Verständnis für die Leitungsfunktion stärkt.

 

Abstract

The transition from a specialist staff role to a management position often poses a challenge, particularly in social organisations. Standardised induction formats often focus on organisational and technical aspects, while individual role identification, reflection on one's own understanding of leadership and systemic dynamics are neglected, which can promote uncertainty and stress among new managers. In this article, the author describes how she implements a temporary consulting format that supports new managers in role definition, resource strengthening and conflict management in parallel with a standardised qualification series. Methodologically, scaling, system flowers, constellation work and the ‘self-esteem pot’ are used, among other things, to promote individual development, self-reflection and leadership behaviour. Initial experiences show that the combination of structured qualification and systemic counselling in-creases confidence in the leadership role, improves communication and team atmosphere, and strengthens understanding of the management function.

 

 

Simone Mayer: 

Sehen, dass Andere Anderes anders sehen – Entlastende Wege zum Verständnis und zum Umgang der Fachkräfte in Bezug auf das herausfordernde Verhalten von Kindern in der Elementarpädagogik

S. 97–103

 

Zusammenfassung

In diesem Beitrag beschreibt die Autorin ein Projekt, das systemische Methoden in einer Kindertageseinrichtung einführt, um das Verständnis für das Verhalten von Kindern zu verbessern und die Zusammenarbeit im Team zu stärken. Sie beschreibt die Ausgangssituation der Kita, in der Fachkräfte durch die hohe Diversität der Kinder und ihre vielfältigen Bedürfnisse oft an ihre Grenzen stoßen und mit Frustration und Hilflosigkeit auf herausforderndes Verhalten reagieren. Ziel des Projekts ist es, durch Perspektivwechsel und ressourcenorientierte Beobachtung das Verhalten der Kinder besser zu verstehen und Lösungsansätze zu entwickeln. Die Autorin stellt die methodische Umsetzung in vier Schritten vor: Einführung in den systemischen Ansatz, Hypothesenbildung, ressourcenorientierte Beobachtung und abschließend eine Auswertung und Reflexion der Ergebnisse. In der Auswertung zeigt sich, dass das Projekt erste positive Veränderungen bewirken konnte, insbesondere durch den Perspektivwechsel und das Erkennen von Ressourcen bei den Kindern. Die Fachkräfte fühlen sich entlastet und haben neue Ideen entwickelt, die den Umgang mit herausforderndem Verhalten erleichtern. Das Projekt hat damit nicht nur das Verständnis für das Verhalten der Kinder verbessert, sondern auch die Motivation und Zusammenarbeit im Team gestärkt.

 

Abstract

In this article, the author describes a project that introduces systemic methods in a day-care centre to improve understanding of children's behaviour and strengthen team-work. She describes the initial situation at the daycare centre, where staff often reach their limits due to the high diversity of the children and their varied needs, and react to challenging behaviour with frustration and helplessness. The aim of the project is to better understand the children's behaviour and develop solutions through a change of perspective and resource-oriented observation. The author presents the methodologi-cal implementation in four steps: introduction to the systemic approach, hypothesis formation, resource-oriented observation and, finally, evaluation and reflection on the results. The evaluation shows that the project has brought about initial positive chang-es, particularly through the change of perspective and the recognition of resources in the children. The professionals feel relieved and have developed new ideas that make it easier to deal with challenging behaviour. The project has thus not only improved understanding of the children's behaviour, but also strengthened motivation and coop-eration within the team.

 

 

Jennifer Schemitzek:

Entwicklung eines Leitfadens für Mitarbeiter*innengespräche 

S. 104–108

 

Zusammenfassung

In diesem Beitrag beschreibt die Autorin die Entwicklung eines Leitfadens für Mitarbeiter*innengespräche in einer intensivpädagogischen Wohngruppe für Mädchen. Ziel war es, die Resilienz der Fachkräfte zu stärken, ihre Selbstwirksamkeit sichtbar zu machen und sie in herausfordernden Situationen zu unterstützen. Der Leitfaden orientiert sich an vier zentralen Resilienzfaktoren: Optimismus, Lösungs- und Zukunftsorientierung sowie Netzwerkorientierung. Die anhand des Leitfadens durchgeführten Gespräche wurden im Einzelsetting geführt, dienten der Reflexion und Aktivierung persönlicher Ressourcen und nutzten hypothetische Fragen, Bilder und Metaphern. Die Autorin machte die Erfahrung, dass die Gespräche als unterstützend erlebt werden und Kolleg*innen dazu anregen, ihr Handeln zu reflektieren und kreative Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Abstract

In this article, the author describes the development of a guide for staff appraisals in an intensive educational residential group for girls. The aim was to strengthen the resili-ence of the professionals, to make their self-efficacy visible and to support them in challenging situations. The guide is based on four key resilience factors: optimism, so-lution- and future-orientation, and network orientation. The interviews conducted using the guidelines were held in individual settings, served to reflect on and activate per-sonal resources, and used hypothetical questions, images, and metaphors. The author found that the interviews were perceived as supportive and encouraged colleagues to reflect on their actions and develop creative solutions.

 

 

REZENSIONEN 

S. 109–116

 

NACHRICHTEN 

S. 117–119

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN   

S. 120–123

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