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„Richtig war das falsche Wort“ - Fordernde Themen - Systemische Wege

Dosentagung - Nr. 2:
„Richtig war das falsche Wort“ - Fordernde Themen - Systemische Wege


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns sehr, die nächste Tagung des IF Weinheim für den 24. und 25. September 2016 in Weinheim ankündigen und dazu einladen zu können.

„Richtig war das falsche Wort“ - sich von Logiken der Gewissheit und Vorhersagbarkeit zu verabschieden, scheint nicht nur systemisches Denken zu fordern, sondern auch mehr und mehr eine unausweichliche Anforderung unseres Alltages und der brennenden Fragen zu werden. Wie stark erfüllt die Unterscheidung von „richtig“ und „falsch“ dabei auch eine Orientierung suchende oder gebende Funktion? Und: gesetzt den Fall, man nutzt dieses Gegensatzpaar, ist das dann „falsch“ ... oder war es doch richtig ...? Oder gibt es doch etwas, das richtig oder falsch ist?

Wenn Klienten ihre Themen auch selbst noch als leidvoll, krisenhaft oder in anderer Weise herausfordernd erleben und sich Klarheit wünschen, ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist, werden die möglichen Wege besonders interessant ... und stellt Professionelle - nicht nur Systemiker - in Beratung, Therapie, Supervision und Coaching in ihrer Verantwortung für Klienten und die Gestaltung nützlicher Prozesse vor immer wieder neue Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund wollen wir für systemisches Denken und Handeln in der „Dosentagung Nr. 2“ Räume schaffen und dahingehend herausfordernde Themen erkunden.

„Dose“ und „Dosentagung“ - Es ist unsere zweite nach der sehr erfolgreichen im Jahr 2014, in der wir so manche Methode nicht aus dem Hut, sondern aus der „Dose“ gezaubert haben. Gerne möchten wir euch auch dieses Jahr einladen zu erforschen, was es mit der „Dose“ auf sich hat.


Was wird stattfinden?

  • Alle Lehrenden des Weinheimer Teams bieten mehrmals und in 120-Minuten-Dosis ihre Themen in Workshops an.
  • Gäste haben während der Tagung die Möglichkeit, 4 x auszuwählen, welche der Workshops sie besuchen wollen (keine vorherige Anmeldung erforderlich).
  • Impuls zum Thema: Wahrheit versus Vielfalt, Kontingenz versus Gewissheit: Anmerkungen zu einem Kernstück systemischer Ansätze.

Wir sehen die Tagung selbst auch als einen sich selbstorganisierenden Raum, in dem durch die Begegnungen und Gespräche aller Anwesenden neue Ideen zum Umgang mit herausfordernden Themen unserer Zeit entstehen und ihren Weg in die Welt nehmen können.


Alles an einem Ort!

Der Ort des Geschehens bietet gute Möglichkeiten, im gleichen Gehäuse zu tagen, zu essen, sich zu begegnen, zu feiern und (wenn gewünscht) auch zu übernachten.

... dazu gehört natürlich auch ein „typisch Weinheimer“ Tagungsfest am 24.9.!


Ort

NH Hotel Weinheim, Breslauer Straße 52, 69469 Weinheim


Kosten

237,- € für Tagung inkl. Essen, Tagungsreader und Tagungsfest am Samstagabend

Nun freuen wir uns auf eure Anmeldung!

Fortbildungspunkte: 16

 


Tagungsstruktur

Samstag, 24.09.2016

  • ab 08:30 Uhr Ankommen & Einchecken
  • 09:30 Uhr Begrüßung und Eröffnung im Foyer
  • 10:00 Uhr acht parallel laufende Workshops (Raumplan im Tagungsreader)
  • 12:00 Uhr Mittagessen
  • 14:00 Uhr acht parallel laufende Workshops
  • 16:00 Uhr Pause
  • 17:00 Uhr thematischer Impuls: Hans Lieb, Angelika Pannen-Burchartz, Haja Molter
  • 18:00 Uhr Abendessen
  • 20:30 Uhr Tagungsfest
 

Sonntag, 25.09.2016

  • ab 9:30 Uhr Ankommen
  • 10:00 Uhr acht parallel laufende Workshops
  • 12:00 Uhr Mittagessen
  • 13:30 Uhr acht parallel laufende Workshops
  • 15:30 Uhr Abschluss im Foyer
  • 16:00 Uhr Ende

Es werden insgesamt 9 Referententandems ihre Workshops mehrmals anbieten, so dass Sie ohne Voranmeldung insgesamt 4 x vor Ort wählen können, welche Workshops Sie besuchen möchten.

 

Workshops

Schuld, Müll ... und wie räumt man das auf? (Bettina R. Grote / Hagen Böser)

Schuldgedanken und Schuldgefühle sind schnell aktiviert und sind in Gedanken- und Handlungsschleifen oft sehr langlebig. Wir wollen Schuldkonstrukte untersuchen, mögliche eigene Schuld anerkennen und vermeintliche Schuldgefühle entlarven.
 

Entscheidungen leicht(er) gemacht (Haja Molter / Karin Nöcker)

Häufig besitzen Klienten spezielles Wissen und Können, auf das sie in Entscheidungssituationen nicht immer zurückgreifen können. In diesem Workshop stellen wir Methoden vor, die im Sinne der Selbstorganisation anregen, ungenutzte Ressourcen zu erkennen oder neue zu erschließen, um sich für lösungs- und zukunftsorientiertes Handeln entscheiden zu können.
 

Und was ist eigentlich mit den Geschwistern ? (Claudia Terrahe-Hecking / Stephan Theiling)

Der Einfluss der Geschwister (wie auch von anderen Gleichaltrigen) auf die Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz muss höher bewertet werden als bisher angenommen. Interessanterweise wurde die Geschwisterperspektive in der Familienforschung eher vernachlässigt. Folglich haben „Geschwister“ auch in Anwendungskontexten wie z.B. Familiengesprächen, Elterncoaching wenig / keine Beachtung zu haben. Dieser Workshop wird das Potenzial von Geschwisterlichkeit für Familien, Beratung und Therapie fokussieren.
 

Religion als systemische Herausforderung (Hans Lieb / Eva Kaiser-Nolden)

Mit Religion und Systemtheorie treffen zwei Metatheorien aufeinander. Die menschliche Endlichkeit oder persönliche Sinnfragen eröffnen - auch in systemischen Kontexten - den religiösen Raum. Was unterscheidet Psyche und Seele? Welche Paradoxien entstehen in helfenden Berufen, wenn systemische und religiöse Logiken aufeinander treffen und wie lassen sich diese bewältigen? Wann wird eigentlich religiös kommuniziert? Mit Gedanken Luhmanns und praktischen Fallbeispielen möchten wir solchen Fragen nachgehen und Antworten generieren.
 

Was wirkt, wenn Beziehung und Sprache nicht ausreicht? Appetithäppchen für eine anregende Arbeit (Angelika Pannen-Burchartz / Andreas Klink)

Die Einheit ist für Therapeuten und Berater gedacht, die mit Klienten arbeiten, die schwere Zeiten hinter sich haben und wiederkehrende Schmerzen, Stress, Kopfschmerz, Müdigkeit ... mit in das Beratungssetting bringen. In dem Workshop arbeiten wir mit stabilisierenden Methoden und mit Ideen und Methoden zum Konzept der Resilienz.
 

„Mit dem Strom gegen den Strom - diese Freiheit nehm’ ich mir“ (Cornelia Hennecke / Christopher Klütmann / Martina Pestinger)

Widrige äußere und innere Umstände erzeugen „Passungsprobleme“ und stellen Anforderungen an die Gestaltung professioneller Präsenz in Coachingprozessen. Nützliches Handeln im Feld von Person - Aufgabe - Kontext ist gefragt. Im Workshop stellen wir eine Auswahl praktikabler Navigations- und Orientierungshilfen vor.
 

Systemisches Elterncoaching (Dennis Haase / Barbara Ollefs)

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen können Eltern und Professionelle an ihre Belastungsgrenze führen und ihnen die Präsenz nehmen. Elterncoaching im gewaltlosen Widerstand (nach Haim Omer und Arist v. Schlippe) bietet eine Möglichkeit an, Eltern zu unterstützen, ihre Präsenz wiederzuerlangen. Im Workshop möchten wir in das Konzept praxisorientiert und nahe am Praxisbeispiel einführen.
 

Eine Begegnung mit der Schublade auf Augenhöhe - Wie man körperliche Metaphern zur Vorurteilssensibilisierung einsetzen kann (Jens Förster / Manfred Nussbaum)

Angeregt durch den Erste-Hilfe-Fachtag des IF Weinheim „Systemische Perspektiven zu Flucht – Trauma – Resilienz“ entstand die Idee, der Auseinandersetzung mit „Vorurteilen“ in diesem Workshop eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Aus unserer Erfahrung mit Vorurteilstrainings haben sich vor allem Übungen mit körperlichen Metaphern bewährt.

Wer will mit uns einmal in die Fußstapfen eines Flüchtlings treten, um mit ihm auf Augenhöhe zu sein? Wer riskiert den Blick hinter die Fassaden? Und wer will wissen, wie man sich von einem Ausländer eine Scheibe abschneiden kann?

Unsere „Dose“ enthält auch die oder andere Delikatesse, die die Starköche des Fachtags für uns zubereiten – ein „Menue Surprise“ ist Teil unseres Programms.
 


Thematischer Impuls Samstagabend

Wahrheit versus Vielfalt, Kontingenz versus Gewissheit: Anmerkungen zu einem Kernstück systemischer Ansätze (Angelika Pannen-Burchartz, Hans Lieb, Haja Molter)
 

Leider sind alle Termine abgelaufen.

 

TagungsteilnehmerInnen, die im NH Hotel übernachten möchten, buchen bitte das Zimmer unter dem Stichwort "Weinheim2016" selbst (Tel. 00800-01150116 oder reservierungen@nh-hotels.com). Es gibt ein Kontingent an Zimmern mit Tagungsrabatt zu 67,00 € inklusive Frühstück.

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