Systhema - Heft 3 - 2023

VORWORT

Jens Förster, Caroline Schilling   
S. 272-273

Zwischenbilder
Caroline Schilling:
Indexes of the Alps – Eine bildnerische Einlassung
S. 274-275
 

Themenschwerpunkt:
Mobilität

Originalbeiträge

Christina Plath:
„Schon wieder online?!“ – Überlegungen zur Verschränkung von Mobilität und Digitalität in systemischen Beratungs- und Supervisionssettings      

S. 276-287   

Zusammenfassung
Der Beitrag diskutiert Aspekte und Potenziale der Verschränkung von Mobilität und Digitalität in systemischen Beratungs- und Supervisionsprozessen. Dabei wird auf räumliche, psychische und soziale Mobilitätsaspekte und deren Relevanz für die systemische Beratungs- und Super­visionspraxis im Digitalen fokussiert. Die „liegende Acht“ wird als Methode zur Reflexion von Digitalität und Mobilität hinsichtlich des professionellen Rollenverständnisses sowie in der ­Arbeit mit Adressat*innen vorgestellt.

Abstract
The article discusses aspects and potentials of the interplay between mobility and digitalization in systemic counseling and supervision processes. It focuses on spatial, psychological, and social mobility aspects and their relevance for digital systemic counseling and supervision practices. The “infinity loop” is introduced as a method for reflecting on digitalization and mobility in terms of professional role understanding and in working with recipients.


Haja (Johann Jakob) Molter:
Schon die alten Griechen …
Spurensuche: Therapie und Beratung in Bewegung        

S. 288-299    

Zusammenfassung
Die Beschäftigung mit der philosophischen Schule der Peripatetiker bildet den Hintergrund für meine Reflexion über die Bedeutung von Bewegung in Systemischer Therapie und Beratung. Ich zeige den Weg auf, den ich als systemischer Therapeut und Berater in der Begegnung und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen bis heute gegangen bin. Dabei spielt Bewegung als Motor von Veränderung in Therapie und Beratung und in der systemischen Didaktik eine bedeutende Rolle.

Abstract
Engaged in the philosophical school of the Peripatetics I am reflecting about the significance of movement in systemic therapy and counseling. I am following the path which I went until today in encountering different therapeutic schools and arguing with these approaches. Hereby movement is a motor of transformation in systemic therapy and counseling and is playing a decisive role in systemic didactic.

 

Erfahrungsberichte  

Tamara Yassery:
Wie bringe ich Bewegung in Kopf und Beine?
Ein Workshopkonzept zum Thema Gesundheitsorientierung im Rahmen
einer Arbeitsmarktmaßnahme

S. 301-310

Zusammenfassung
In dem Artikel wird die Entwicklung und Darstellung eines Workshopkonzepts zum Thema Gesundheitsorientierung im Rahmen einer Arbeitsmarktmaßnahme dargelegt unter der pragmatischen Fragestellung: Wie bringe ich Bewegung in Kopf und Beine? Die Autorin nimmt das Spannungsfeld von mindestens zwei Auftragslagen unter der Hypothese der Interdependenz von Gesundheit, Bewegung und Arbeitsfähigkeit in den Blick. Die thematische Erweiterung der Arbeitsmarktmaßnahme um lebensweltnahe Themen wie Gesundheit, Bewegung, soziale Teilhabe und Selbstfürsorge wird in ihrer Wirkung auf die Teilnehmenden beobachtet und anhand interaktiver und selbstermächtigender Methoden reflektiert.

Abstract
The article describes the development and presentation of a workshop concept on the topic of health orientation in the context of a labor market measure under the pragmatic question: How do I bring movement into the head and legs? The author looks at the field of tension of at least two order situations under the hypothesis of the interdependence of health, movement and work ability. The thematic extension of the labor market measure by life-world related topics such as health, movement, social participation and self-care, is observed in its effect on the participants and reflected on using interactive and self-empowering methods.
 

René Röwekamp:
Neue Räume in der Beratungsarbeit – wie uns die Peer-Arbeit in der Eingliederungshilfe in Bewegung bringt   

S. 311-319

Zusammenfassung
Dass Menschen mit einer Teilhabe-Einschränkung in der Planung und Umsetzung der Hilfen für eben diesen Personenkreis ein Mitspracherecht haben sollten, ist mittlerweile per gesetz­licher Grundlage implementiert. Aber wie lässt sich diese Form von Empowerment umsetzen, vor allem im psychiatrischen Bereich, in dem die Menschen jahrzehntelang versorgt und „de-powered“ wurden? Und wie gehen wir Mitarbeiter*innen der psychiatrischen Versorgung damit um, dass es plötzlich neue Räume – Beratungsangebote von Menschen mit psychischen Einschränkungen für Menschen mit psychischen Einschränkungen – gibt? In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen als Koordinator von Peer-Angeboten im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) schildern und meine Gedanken zu einer gelingenden Umsetzung teilen.

Abstract
The fact that people with a participation restriction should have a say in the planning and implementation of assistance for this group of people has now been implemented by law. But how can this form of empowerment be implemented, especially in the psychiatric field, where people have been cared for and have in fact been weakened and incapacitated for decades? And how do we psychiatric care workers deal with the fact that there are suddenly new spaces – counselling services from people with mental disabilities for people with mental disabilities? In this article I would like to describe my experiences as a coordinator of peer services at the Social Psychiatric Center (SPC) and share my thoughts on a successful implementation.


Michaela Recht:
Das Bewegungskontinuum und die Bedürfnis-Balance
Oder: Wie es gelingen kann, dem Strudel und der Starre zu entkommen

S. 320-334

Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt anhand von drei Fallbeispielen die Bedürfnis-Balance der einzelnen Akteur*innen in der Pflegekinderhilfe und arbeitet die Mikro- bzw. Makrobewegungen heraus, die dabei entstehen. Des Weiteren zeigt der Beitrag, mit welchen Methoden die Autorin ­versucht, diese Bewegungen zu begleiten. In einem Fall wird der Umgang begleitet. Hier ist die Bewegung der Beraterin von einer bewussten sowohl interaktiven als auch räumlichen Zurückhaltung gekennzeichnet. Ein Bewegungs-Crescendo wird hingegen in dem Fall einer Pflegeelternberatung ersichtlich. Es werden die Methoden vorgestellt, die das System aus einer einseitigen Kreisbewegung des Pflegevaters und einer Starre der Pflegemutter in eine zielführendere Beweglichkeit brachten, und es wird beschrieben, wie das Pflegekind mit ruhigeren Bewegungen darauf reagiert. Der dritte Fall beschreibt die Beratung einer inoffiziellen Pflegefamilie, die wöchentlich im Rahmen eines Walk & Talk durch den Wald stattfand.

Abstract
The article uses three case studies to describe the needs and balance of the individual actors in foster childcare and elaborates the micro and macro movements that arise in the process. The article also shows the methods the author uses to accompany these movements. In one case contact is accompanied. Here the movement of the counselor is characterized by a conscious interactive as well as spatial restraint. A crescendo of movement, on the other hand, becomes apparent in the case of foster parent counseling. The methods that are presented brought the system from a one-sided circular movement by the foster father and a rigidity by the foster mother into a more purposeful mobility, and it is described how the foster child responds with calmer movements. The third case describes the counseling of an unofficial foster family that took place weekly in a walk-and-talk through the woods.

        
Impulse
       

Neda Mohagheghi:
Wie bleiben wir als Prozessbegleitende beweglich?
Eine Betrachtung dreier Bewegungsräume        

S. 335-340    

Zusammenfassung
Wie viel Beweglichkeit braucht es in der Prozessbegleitung, um Unterschiede anzuregen? Reicht es aus, eine systemische Haltung gefunden zu haben? Oder braucht es regelmäßiges Training? Entdecken Sie drei mögliche Bewegungsräume für mehr Geschmeidigkeit.

Abstract
How much mobility is necessary to inspire differences in a process? Is it enough to have found a systemic attitude? Or do we need some regular practice? In this article you can discover three spaces for mobility to increase your flexibility.

 

Beate Linnemann:
Mobilität als Ziel der Psychotherapie –
und der Wert von Stillstand        

S. 341-350    

Zusammenfassung
Die Psychotherapie ist ein komplexer Prozess, der darauf abzielt, psychische Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. In vielen Fällen scheint ein Auftrag an Therapie zu sein, Wege aus emotionalem und energetischem Stillstand zu finden. Als Schablonen werden lähmende ­Depressionen diskutiert, schädliches Verharren in als traumatisch empfundenen Erlebniswelten oder auch Stillstand und Verzögerungen der seelischen Entwicklung. Während des therapeutischen Weges sind Mobilität und Stillstand zwei Schlüsselkonzepte, nach denen häufig die Entwicklung und der Erfolg der Therapie gemessen wird. Mobilität bezieht sich dann auf die Fortschritte und Veränderungen, die eine Patientin oder ein Patient1 während der Therapie erleben soll, während Stillstand auf die Phasen oder Situationen hinweist, in denen scheinbar keine Fortschritte erzielt werden. In diesem Artikel wird diese Bewertung am Beispiel der Depressionen und Traumafolgestörungen hinterfragt und alternative Sichtweisen ergänzend angeboten.

Abstract
Psychotherapy is a complex process that aims to promote mental health and well-being. In many cases the goal for therapy seems to be finding ways out of emotional and energetic stasis. Paralyzing depression, harmful persistence in traumatic memories, or standstill and delays in mental development are discussed as templates. During the therapeutic journey, mobility and stasis are two key concepts by which the development and success of therapy is often measured. Mobility then refers to the progress and changes a client is expected to experience during therapy, while stagnation refers to the phases or situations in which no progress appears to be made. In this article, this judgement is questioned using the examples of depression and posttraumatic stress disorders and alternative perspectives are offered.

 

Würdigungen    

Arist v. Schlippe, Andreas Klink, Haja (Johann Jakob) Molter, Christopher Klütmann, Barbara Ollefs:
Zum Abschied von Karin, Claudia und Stephan

S. 351-359


Jens Förster:
Hömma, Andreas, echt jetzt? 60?
Andreas Klink zum 60. Geburtstag

S. 360-361

 

REZENSIONEN    

S. 362-373
 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN    

S. 374-378
 

Systhema-Jahresregister 37. Jahrgang 2023    

S. 379-382

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Systhema - Heft 2 - 2023

VORWORT

Karla Baudewig, Andreas Klink   
S. 112-113
 

Themenschwerpunkt:
Systemisches Arbeiten im Kontext Schule

Originalbeiträge

Barbara Ollefs, Arist von Schlippe:
Neue Autorität in der Schule:
Erziehen durch gewaltlosen Widerstand       

S. 114-123    

Zusammenfassung

Der Beitrag beschreibt Möglichkeiten zum Umgang mit schulischen Konflikten und Schwierigkeiten aus der Perspektive des Ansatzes zur „Neuen Autorität“. Zunächst werden aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und Erwartungen an Schule und Elternhaus skizziert, ­bevor auf die Haltungen des gewaltlosen Widerstandes und einer angemessenen „Neuen Autorität“ eingegangen wird. Im Anschluss daran werden eine Reihe von Interventionen ­beschrieben, die sich aus folgenden Säulen des gewaltlosen Widerstandes ergeben: Protest gegen das Verhalten der Schüler, Erlernen von Deeskalationsmaßnahmen und Selbstkontrolle, Aktivierung sozialer Unterstützung sowie Angebote von Versöhnungs- und Beziehungsgesten.

Abstract

The article describes ways of dealing with school conflicts and difficulties from the perspective of the New Authority approach. The authors first outline current challenges and expectations for school and home before going into the attitudes of non-violent resistance and the New Authority. They then describe a series of interventions that result from the following pillars of nonviolent resistance: protesting the behavior of the students, learning de-escalation measures and self-control, activating social support and offering gestures of reconciliation and relationship.

 

Saskia Erbring:
Schulische Inklusion aus ressourcenorientierter Perspektive       

S. 124-133    

Zusammenfassung

In diesem Artikel werden Aspekte einer ressourcenorientierten inklusiven Schulentwicklung und damit verbundene Herausforderungen beschrieben. Die Autorin beginnt mit einer ­ressourcenorientierten Sicht auf Inklusion und Partizipation. Anschließend werden ressourcenorientierte Haltungen und Ansatzpunkte einer inklusiven Schulentwicklung beschrieben und der Salutogenese-Ansatz als Ressource einbezogen. Die Autorin skizziert sieben Schritte einer inklusiven Schulentwicklung und gibt methodische Impulse für deren Umsetzung u.a. im Rahmen der Systemischen Beratung.

Abstract

This article deals with aspects of resource-oriented inclusive school development and related challenges. The author begins with a resource-oriented view of inclusion and participation. Then resource-oriented attitudes and starting points of inclusive school development are described and the salutogenesis approach is included as a resource. The author outlines seven steps of inclusive school development and gives methodological impulses for their implementation, among other things, within the framework of systemic counselling.

 

Susanne Bourgeois, Markus Chmielorz:
Unterschiede, die einen Unterschied machen – diversitätsbewusste Systemische Beratung am Beispiel von Gender und Kultur       

S. 134-148    

Zusammenfassung

In diesem Artikel geht es um den bewussten Umgang mit Unterschieden in der Systemischen Beratung, Coaching/Supervision oder Therapie. Der Blick richtet sich auf Kulturen, Geschlechter und sexuelle wie geschlechtliche Identitäten und deren Bedeutung für die systemische Praxis: Welche Unterschiede sind in welchem Kontext bedeutsam? Hier werden zunächst Begriffe erläutert, die Entwicklung von Konzepten zu Kultur, Gender und Diversität kurz skizziert und Wirkmechanismen von Ausgrenzung beschrieben. Die Autor*innen gehen von der Annahme aus, dass Zugehörigkeit und „Anderssein“ vor allem die Folge eines gesellschaftlichen Konstruktionsprozesses sind, und beschreiben die sich daraus ergebenden Folgen für Identitätsentwicklungsprozesse. Sie stellen die Frage, wie systemisches Arbeiten so gestaltet werden kann, dass es sensibel ist für Strukturen von Macht/Ohnmacht und Prozesse von Privilegierung/Deprivilegierung. Es geht darum, Abstand zu gewinnen von den eigenen Gewohnheiten des Wahrnehmens, Sehens und Bewertens von dem, was wir zu wissen glauben über diejenigen, die „wir“ zu „anderen“ machen. Und es geht darum, diesen diversitätsbewussten kritischen Reflexionsprozess auf die praktische Ebene des beratenden Arbeitens zu übertragen ebenso wie auf der strukturellen Ebene Zugangshindernisse zu überdenken.

Abstract

This article deals with the conscious handling of differences in systemic consulting, coaching/supervision or therapy. In particular, differences in culture, gender, sexual and gender identities are considered and their importance in systemic practice is discussed. The authors start from the assumption that belonging and “being different” are primarily the result of a social construction process. They highlight mechanisms of exclusion and describe the resulting consequences for identity development. Finally, it is suggested, how systemic work can be designed in such a way that it is sensitive to structures of power/powerlessness and processes of privilege/deprivilegage.

 

Karin Nöcker, Haja (Johann Jakob) Molter:
Möglichkeitsraum Schule   

S. 149-163    

Zusammenfassung

Dieser Artikel behandelt typische Themen des Schulalltags, wie den Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen oder die Kooperation mit Erziehungsberechtigten. Dabei werden systemi­sche Perspektiven und bewährte Elemente aus der Systemischen Beratung auf den schulischen Kontext übertragen. Vermittelt wird eine Haltung, die Ressourcen und Lösungen fokussiert anstatt Defizite und Probleme.

Abstract

This article describes typical topics of everyday school life, such as dealing with difficult classroom situations or cooperation with guardians. Systemic perspectives and proven elements from systemic counseling are applied to the school context. An attitude is conveyed that focuses on resources and solutions instead of deficits and problems.

 

Dennis Haase:
Systemische Perspektiven auf Schulvermeidung   

S. 164-178    

Zusammenfassung

Der Beitrag wendet sich dem Themenfeld der Schulvermeidung zu. Unter den Begriffen Schuldistanz, Schulvermeidung und Schulabsentismus wird in der Regel der Umstand von Schüler*innen beschrieben, die aus unterschiedlichen Gründen der Schule fern bleiben oder im Unterricht als distanziert und abwesend beschrieben werden. Dabei eröffnet sich ein komplexes Themenfeld. Dieser Beitrag begrenzt seinen Blick auf das Zusammenspiel von betroffenen Schüler*innen, Schule, Familien und Helfer*innen und deren Bedürfnissen. ­Angeregt wird ein systemischerer Blick auf die entstehenden Dynamiken und eine Aufmerksamkeit für Scham, Schuld und Beschämung.

Abstract

This article deals with the topic of school avoidance. The terms “school distance”, “school avoidance” and “school absenteeism” are usually used to describe students who, for various reasons, stay away from school or are described as distant and absent in class. The author focuses on the interplay of affected students, school, families and helpers and their needs. He suggests a more systemic view of the emerging dynamics and an attention to shame, guilt and embarrassment.

 

Erfahrungsberichte   

Kristina Timm:
Coaching von Schülerinnen und Schülern durch Beratungslehrkräfte –
Ein Beispiel für systemisches Arbeiten in Schule

S. 179-189

Zusammenfassung

Systemisch-lösungsorientiertes Coaching von Schülerinnen und Schülern kann und sollte ein sinnvoller Baustein im Beratungskonzept einer Schule sein, um individuelle Begleitung und Förderung von Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten. Die Autorin beschreibt in diesem Artikel die Einbettung des Coachings ins Schulsystem, dessen Chancen und Risiken sowie ­Inhalte zur Umsetzung des prozessbegleitenden Upgrades für Beratungslehrkräfte „Coaching von Schülerinnen und Schülern“ aller Schulformen.

Abstract

Systemic, solution-oriented coaching of pupils can and should be a useful building block in a school‘s counseling concept in order to ensure individual support and support for pupils. In this article the author describes the embedding of coaching in a school system, ist opportunities and risks as well as content for the implementation of the process-related upgrade for advisory teachers “coaching of pupils” of all school types.

 

Andrea Moritz, Kristin Rosga, Verena Ben Abdellah, Anna-Kathrin Großmann:
Systemische Angebote für Schulen und Familien im Zentrum für Schulpsychologie

S. 190-205

Zusammenfassung

Der Beitrag beschreibt Methoden und Haltungen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern im Kontext systemischer Angebote für Schulen und Familien im Zentrum für Schulpsychologie der Stadt Düsseldorf. Im ersten Teil geben die Autorinnen Einblicke in die individuelle Beratung mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften. Ein zweiter Teil berichtet über An­gebote für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte mit den Schwerpunkten Stärkung der ­Lehrkräftegesundheit und Supervision. Im dritten Teil werden Ansätze zur systemischen ­Krisenintervention an Schulen dargestellt.

Abstract

The article describes systemic methods in counseling schools and families in the center for school psychology of the city of Düsseldorf. First, the authors provide insights into individual counseling with students, parents and teachers. Second, services for teachers and educational professionals focusing on strengthening teachers‘ health and supervision are described. Third, approaches to systemic crisis intervention in schools are presented.

 

Andreas Klink, Adrianna Ignaczak:
Schule und Kriminalprävention

S. 206-219

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden die Formen und Anlässe kriminalpräventiver Maßnahmen vorgestellt und ihre Umsetzung an Schulen beschrieben sowie unter anderem aus der Perspektive des Ansatzes zur Neuen Autorität reflektiert. Dabei unterscheiden die Autor*innen zum einen Präventionsmaßnahmen, die sich an einzelne Schüler*innen richten, von jenen, die entweder im Klassenverband stattfinden oder sich an das Gesamtsystem Schule richten. Zum anderen wird zwischen Formen primärer, sekundärer und tertiärer Kriminalprävention differenziert.

Abstract

This article describes crime prevention measures in schools and reflects on them from the perspective of the New Authority approach. The authors distinguish between prevention measures that are directed at individual pupils and those that either take place in a class or are directed at the school system as a whole. On the other hand, they differentiate between forms of primary, secondary and tertiary crime prevention.

 

Kristina Timm:
Systemisches Arbeiten in Schule – zwei Herangehensweisen aus der Praxis für die Praxis: „Schulentwicklung? GEHT!“ und „Raum geben!“

S. 220-230

Zusammenfassung

Die Autorin stellt zwei systemische Transformationsprozesse mit schulischem Personal vor, die von verschiedenen Grundannahmen zur Verhaltensänderung ausgehen. Bei „Raum geben!“ wird primär haltungsbezogen gearbeitet und bei „Schulentwicklung? GEHT!“ verändertes Handeln fokussiert. Die Autorin geht davon aus, dass zwischen veränderter Haltung und verändertem Verhalten ein zirkulärer Zusammenhang besteht.

Abstract

The author presents two systemic transformation processes with school staff, which start from different basic assumptions about behavioral change. In the case of “Raum geben!”, the work is related to primary posture and in the case of “Schulentwicklung? GEHT!” changed action focused. The author assumes that there is a circular connection between changed attitudes and changed behavior.

        
Impuls

Andreas Klink:
ChatGPT – Ein Selbstversuch in drei Akten       

S. 231-247    

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt der Autor unterschiedliche Möglichkeiten der Arbeit mit ChatGPT vor. Dazu zählt zum einen ein eher spielerischer Umgang damit, Texte erstellen zu lassen oder generierte Texte weiter zu verändern. Zum anderen wird die KI in verschiedenen alltäglichen Arbeitssituationen genutzt, beispielsweise um Briefe zu schreiben, Projektanträge oder Exzerpte bzw. systemische Hypothesen für Falldarstellungen zu generieren.

Abstract

In this article, the author presents different ways of working with ChatGPT. On the one hand, this includes a more playful approach to having texts created or further modified. On the other hand, the AI is used in various everyday work situations, for example to write letters, project proposals or to generate excerpts or systemic hypotheses for case presentations.

 

REZENSIONEN    

S. 248-259
 

Nachrichten aus dem Institut    

S. 260-264
 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN    

S. 265-267

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Systhema - Heft 1 - 2023

VORWORT

Kerstin Schmidt   
S. 4-5
 

Themenschwerpunkt:
Emotionen – Bedeutungen und Zugänge in der systemischen Praxis

Interview

Kerstin Schmidt:
Interview mit Luc Ciompi

S. 6-14
 

Originalbeiträge

Mechtild Erpenbeck:
Vom Winde verweht... – Gedanken zur affektiven Kommunikation in der beraterischen Arbeit mit Gruppen

S. 15-24

Zusammenfassung

In der Arbeit mit Gruppen ist die Wirkmacht von Emotionen in besonderer Weise zu erfahren. Die entsprechenden Abstimmungsprozesse in der Interaktion sind ausschlaggebend für das Gelingen der Zusammenarbeit. Der Beratungsperson fällt hier eine Verantwortung zu, die voraussetzungsvoll und komplex ist. Sie erfordert eine spezifische Beobachtungsperspektive und ein hohes Bewusstsein der eigenen Rolle in der affektiven Kommunikation.

Abstract

When working with groups, the power of emotions can be experienced in a special way. The corresponding coordination processes in the interaction are decisive for the success of the cooperation. The counselor has a responsibility here that is presuppositional and complex. It requires a specific observation perspective and a high level of awareness of one‘s own role in affective communication.

 

Michael Müller:
„Deine Geschichte hat mich sehr bewegt!“ – Stories und Emotionen in der Unternehmensentwicklung

S. 25-34

Zusammenfassung

Geschichten wirken emotional – das wissen alle, die sich einmal mit der Heldin eines Films oder der Hauptfigur eines Romans identifiziert und deren Abenteuer atemlos verfolgt haben. Die emotionale Kraft von Geschichten kann man auch in der Organisationsentwicklung ­nutzen. Der Beitrag beschreibt anhand von Fallbeispielen, wie man mit den Geschichten von Mitarbeitenden auch deren Emotionen ins Spiel bringt.

Abstract

Stories have an emotional impact – as anyone who has ever identified with the heroine of a film or the main character of a novel knows. The emotional power of stories can also be used in organisational development. The article uses case studies to describe how to use employees‘ stories to bring their emotions into play.   

 

Michael Raisch:
Emotionen als transformative Kraft

S. 35-49

Zusammenfassung

Dieser Aufsatz plädiert für die Integration emotionsbasierter Verfahren in die Systemische ­Therapie. Zum einen, weil dadurch der Aufbau eines therapeutischen Bündnisses außer­ordentlich erleichtert wird. Zum anderen, weil durch den Einbezug und die Exploration schmerzlicher Emotionen und das Verständnis emotionaler Schemata die therapeutisch ­relevanten Aufträge und Zielsetzungen sinnvoll vertieft werden. Dabei wird die Regulation schmerzlicher Emotionen als eine wesentliche Quelle psychischer Störungen und der Wandel dieser Regulation als wesentliche Chance einer nachhaltigen Transformation angesehen.

Abstract

This article advocates the integration of emotion-based procedures into systemic therapy. On the one hand, because this greatly facilitates the establishment of a therapeutic alliance. On the other hand, because the therapeutically relevant tasks and objectives are meaningfully deepened by including and exploring painful emotions and understanding emotional schemes. The regulation of painful emotions is seen as a major source of mental disorders and the change in this regulation as a major opportunity for sustainable transformation.

 

Impuls

Stefanie Neubrand:
Impathie: Wissenschaftliche Innovation und ­universaler therapeutischer Ansatz   

S. 50-56

Zusammenfassung

Impathie (introversive Empathie) ist eine wichtige menschliche Fähigkeit zur Wiederher­stellung und Erhaltung der psychischen Gesundheit, die gezielt in Therapie und Beratung gefördert werden kann. Dieser Beitrag stellt das neue psychologische Konstrukt Impathie vor und gibt einen Einblick in das noch junge Feld der Impathieforschung. Die Impathie als universaler therapeutischer Ansatz und ihre Integration in die systemische Praxis werden am Beispiel der Zweistuhl-Technik veranschaulicht.

Abstract

Impathy (introversive empathy) is an important human ability for the recovery and maintenance of mental health that can be purposefully enhanced in therapy and counseling. This article introduces the new psychological construct of impathy and provides insight into the emerging field of impathy research. Impathy – as a universal therapeutic approach – and its integration into systemic practice are illustrated by the example of the two-chair technique.

 

Erfahrungsberichte

Birte Lange:
Rechtsberatung in der Sozialen Arbeit – wo gehören denn da die Emotionen hin?

S. 57-61

Zusammenfassung

Der Bericht befasst sich mit den Erfahrungen im Umgang mit Emotionen in der Beratungs­arbeit mit geflüchteten Menschen. Hierbei wird anhand der Skizzierung von Praxisinhalten versucht zu verdeutlichen, wie emotional die mit rechtlichen Vorgaben beeinflusste Beratung ist. Zudem wird die beraterische Emotionsverarbeitung im Kontext der politischen Sozialen Arbeit thematisiert.

Abstract

The report includes the experiences in dealing with emotions in counselling work with refugees. In doing so, it attempts to clarify how emotional counselling is influenced by legal guidelines by outlining practical content. In addition, the processing of emotions in counselling in the context of political social work is addressed.
 

Gudrun Gauda:
Die Bedeutung von Emotionen im Therapeutischen Puppenspiel

S. 62-72

Zusammenfassung

Dieser Artikel beschreibt die transformative Kraft der Gefühle, so wie sie bei Kindern und Therapeut*innen im gemeinsamen Puppenspiel erlebt werden. Wichtige Elemente sind die Gestaltung einer Bühne, die als Spielort eine Hintergrundfolie für die im Stück dominierende Stimmung gibt. Gegenstände ermöglichen ein aktives Handeln auch ohne Worte und erlauben einen deutlichen Ausdruck der Gefühlsintensität. Und die Handpuppen erlauben einen direkten Weg der Gefühle aus dem Kind über seine Hand in die Figur. Im Spiel können so neue Lösungen für alte Probleme erprobt und in ihrer Wirkung erspürt werden.

Abstract

This article describes the transformative power of emotions as it is experienced in the process of playing puppets together both the child and the therapist. Designing a stage as the place of action that is giving the emotional background of the play’s dominating mood is an important element of the play. Props allow vivid action without any words and allow a direct way for the children’s emotions to flow from their souls via their hands straight into the (glove)puppet. This is how new solutions for old problems can be tried out feeling their effect directly.

 

Gedicht

Guilhem Fabre, Haja (Johann Jakob) Molter:
Der Mann mit dem Seidenblick  

S. 73-88

 

Würdigung

Andreas Klink:
Hans Lieb ist 70 geworden! 

S. 89-90

 

REZENSIONEN

S. 91-102

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 102-106

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