Systhema - Heft 2 - 2020

VORWORT

Andreas Klink
S. 116-118

Originalbeiträge

Arist v. Schlippe:
Die Corona-Krise – Eine psychologische Perspektive

S. 119-131

Zusammenfassung

In diesem Beitrag geht es um psychologische Perspektiven auf die Corona-Krise. Ausgehend von erlebten Belastungen werden zunächst Mechanismen der psychologischen Verarbeitung beschrieben. Dabei geht der Autor u. a. auch auf Humor und Witze als eine besondere Form des Umgangs mit der Krise ein. Darüber hinaus beschäftigt sich der Beitrag mit der spezifischen Situation der Entscheider. Abschließend beschreibt der Autor mögliche Gefahren und Chancen der Corona-Krise für die globale gesamtgesellschaftliche Entwicklung.

Abstract

This article deals with psychological perspectives on the corona crisis. First, feelings of psychological stress experienced throughout the crisis and coping mechanisms are described. Among others, the author refers to humor and jokes as a special way of dealing with the crisis. Furthermore, the article addresses the specific situation of decision-makers. Finally, the author describes possible dangers and opportunities of the crisis for overall societal development.

 

Ansgar Röhrbein:
Sinnstiftendes Erinnern – Aus der eigenen Geschichte Kraft schöpfen

S. 132-147

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag beschreibt die unterschiedlichen Möglichkeiten des biografischen Arbeitens mit Klient*innen unterschiedlichen Alters und fokussiert dabei besonders auf ressourcen- und lösungsorientierte Vorgehensweisen, die dabei helfen, den Glauben an sich und seine persönlichen Stärken zu festigen. Beispielhaft werden drei methodische Zugänge konkreter erläutert, die das Gegenüber in der Suche nach eigenen Schätzen im Lebenslauf anregen und die bewusste Erinnerung daran unterstützen.

Abstract

This article describes the different possibilities of biographical work with clients of different age groups and has a special focus on resource- and goal-oriented approaches, that help to improve the confidence in oneself and their personal strengths. Three distinct methodical approaches, that try to empower the individual search for personal treasures in one’s course of life and the reminiscence of those, are discussed in detail.  

 

Jens Förster:
Wie wir andere wahrnehmen: Eine sozialpsychologische Perspektive auf Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung in der systemischen Praxis

S. 148-159

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt der Autor zunächst eine Abgrenzung der Begriffe „Stereotyp“, „Vorurteil“ und „Diskriminierung“ vor, um dann auf Funktionen von Stereotypen sowie ihre Wirkung auf Urteile über andere Menschen einzugehen. Im Anschluss daran bezieht er die beschriebenen Phänomene auf alltägliche Kontexte in Beratung, Coaching, Therapie und Supervision und zeigt zum Abschluss Möglichkeiten auf, im Beratungsalltag mit Stereotypen und Vorurteilen umzugehen.

Abstract

In this article, the author first presents current social psychological definitions on “stereotypes”, “prejudice” and “discrimination”. He then examines the functions of stereotypes and their effect on judgments about other people. Afterwards he describes, how everyday contexts in counseling, coaching, therapy and supervision are affected by preconscious judgments and finally he suggests ways to deal with stereotypes and prejudices in everyday counseling.

 

Andreas Klink:
Revierdemokraten – Stadtteilbezogene Interventionen im Umgang mit Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

S. 160-172

Zusammenfassung

Dieser Beitrag stellt ein Projekt vor, in dem stadtteilbezogene und systemisch fundierte Interventionen genutzt werden, um neuen Erscheinungsformen von Rechtspopulismus und religiös oder ideologisch legitimierter Abwertung und Ausgrenzung von bestimmten sozialen Gruppen zu begegnen. Dabei wird zunächst über Anlass und Ausgangssituation für das Projekt berichtet, um dann näher auf die Umsetzung einzugehen. Der Autor beschreibt Zielgruppen, Ziele und methodische Ansätze des Projektes und geht zum Abschluss darauf ein, welche systemischen Haltungen und Prinzipien dem beschriebenen Ansatz zugrunde liegen.

Abstract

This article presents a project in which district-related and systemically based interventions are used to counter new manifestations of right-wing populism and religiously or ideologically legitimated misanthropy. First, the reason and starting situation for the project are reported. Then the author describes the target groups, goals and methodological approaches of the project. He concludes by discussing the systemic attitudes and principles underlying the project.

 

Erfahrungsberichte

Swantje Decker:
„Starke Frauen“ – Einblicke in ein sprachreduziertes, ressourcenorientiertes Gruppenangebot für geflüchtete Frauen

S. 173-185

Zusammenfassung

In diesem Beitrag beschreibt die Autorin ein Gruppenangebot für geflüchtete Frauen, die an psychischen Belastungen leiden. Sie stellt den Kontext und die theoretischen Grundlagen für das Angebot „Starke Frauen“ vor und gibt Einblicke in die inhaltliche Gestaltung. Grundlage des Gruppenangebotes sind die Kernelemente sprachreduziertes Arbeiten, Ressourcenorientierung, Psychoedukation, Achtsamkeit und Genuss. Zum Abschluss berichtet die Autorin über ihre praktischen Erfahrungen mit den ersten beiden Durchläufen des Angebotes.

Abstract

In this article, the author describes a group meeting approach for refugee women who suffer from psychological stress. She presents the context and the theoretical basis for the “Strong Women” group meeting and gives insights into the meeting schedule. Core elements of the approach are language-reduced work, resource orientation, psychoeducation, mindfulness and enjoyment. Finally, the author reports on her practical experience with the first two runs of group meetings.

 

Jacques Hartjes:
Fridays for Future – Jugendklimaproteste im Zeitalter der sozialen Netzwerke

S. 186-195

Zusammenfassung

Dieser Beitrag beschäftigt sich zum einen mit der Frage, was junge, bisher eigentlich unpolitische, Menschen dazu bringt, sich aktiv gegen die aktuelle Politik und für ein gemeinsames Ziel zu engagieren. Darüber hinaus wird auf die Rolle der sozialen Medien bei der Aktivierung und Organisation neuer sozialer Bewegungen eingegangen. Als Beispiel dienen hier jeweils Fridays for Future-Aktivist*innen.

Abstract

This article deals with the question of what makes young, so far actually apolitical, people actively engage against current politics and for a common goal. Moreover, the role of social media in activating and organizing new social movements is discussed. For both topics Fridays for Future activists serve as examples.

 

Impulse

Rebekka Fischer:
Systemische Soziale Arbeit im Kinderschutz: Ein Plädoyer

S. 196-208

Zusammenfassung

In diesem Beitrag geht es um das Potenzial einer systemisch ausgerichteten Sozialen Arbeit für die Arbeit der Fachkräfte im ASD und ihren professionellen Umgang mit den vielschichtigen Fragen im Kinderschutz. Die Autorin zeigt auf, dass Haltungen und Methoden der systemischen Sozialen Arbeit positive Auswirkungen auf fünf unterschiedlichen Ebenen haben können: auf der Handlungsebene, auf der Ebene der Fachkräfte, auf der Ebene der Erziehungsberechtigten, auf der Ebene der Institution und auf der Ebene der Gesellschaft. Insbesondere im Kinderschutz bieten systemische Haltungen und Methoden den Fachkräften die Möglichkeit, weniger auf Probleme und Defizite zu fokussieren, sondern Potenziale und Ressourcen der Familiensysteme in den Blick zu nehmen, so dass die Sorgeberechtigten weiterhin die Hauptverantwortung für den Schutz ihrer Kinder tragen können.

Abstract

This article deals with the potential of systemic practice in social work especially in the field of youth welfare offices and with special regard to child protection. The author shows that attitudes and methods of systemic social work can have positive effects on five different levels: at the level of action, at the level of youth welfare officers, at the level of parents, at the level of the institution and at the level of society. In the field of child protection, systemic attitudes and methods offer youth welfare officers the opportunity to focus less on problems and deficits, but rather on the potential and resources of family systems, so that parents can remain primarily responsible for protecting their own children.

 

Kerstin Schmidt:
Rote Nase – oder: Humor tut gut!

S. 209-213

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt die Autorin eine Methode und Humor-Technik vor, die sich in jeglichen Kontexten und Settings – auch virtuell – sehr effektiv und mühelos einsetzen lässt. Darüber hinaus berichtet sie über Erfahrungen mit der Methode und beschreibt Beispiele aus ihrer eigenen beruflichen Praxis.

Abstract

The author presents a method and humor technique that can be used very effectively and effortlessly in any context and setting, including virtual settings. In addition, she reports on experiences with the method and describes examples from her own professional practice.

 

Interview

Andreas Klink, Arist von Schlippe, Haja Molter, Herbert Buchta und Wolfgang Loth:
100 Mal systhema oder die Liebe zwischen Wespe und Orchidee

S. 214-232

 

REZENSIONEN 

S. 233-240

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN 

S. 241-242

Systhema - Heft 1 - 2020

VORWORT

Eva Kaiser-Nolden
S. 4-5

Nachrufe

Zum Tod von Rudolf Kaufmann (1932 – 2020)    
S. 6-13

Für Hans
S. 14

Originalbeiträge

Eléen Wriede, Katharina Weitkamp:
Wie gelingt die Integration von Körper- und Bewegungselementen in die Systemische Therapie: eine Videoanalyse von Therapiesitzungen

S. 15-34

Zusammenfassung

Die Integration körpertherapeutischer Methoden in die Systemische Therapie stellt derzeit noch einen innovativen und wenig beforschten Ansatz dar. Die Integration von Körper- und Bewegungselementen in die Systemische Therapie wurde mittels einer Videoanalyse erforscht. Es zeigte sich, dass verschiedene Körper- und Bewegungsinterventionen sich gut mit systemischen Interventionen kombinieren ließen. Dabei hatte das Vertrautsein der Patienten mit der Methode Auswirkungen auf die Kombination der Therapiemethoden.

Abstract

Research on body therapeutic methods in combination with systemic therapy is still in its early stages. By analyzing videos, the aim was to assess how elements from body therapy may be integrated with systemic therapy. It turned out that various body and movement interventions could be smoothly combined with systemic interventions. The patient being familiar with the integrative method seemed to be relevant for the individual combination of therapy methods.

 

Nicole Rosenau:
Embodiment systemisch betrachtet – Theoretische Reflexion des Embodiment-Ansatzes vor dem Hintergrund systemischen Denkens

S. 35-47

Zusammenfassung

Die Welt erschließt sich uns nicht nur über Kognitionen, sondern auch über den Körper und die Bewegung. In der Begegnung nehmen wir zuerst unseren Körper und den unseres Ge­genübers wahr, sodass sich die Relevanz des handelnden Körpers vor allem auch in sozialen Situationen zeigt. In diesem Artikel werden erste Ideen dargestellt, wie die Theorien des ­Embodiment-Ansatzes sich in die Systemische Beratung und Therapie integrieren lassen.

Abstract

Perceptions of the world are not limited to the cognitive, also the body and its movements play a part. Through the encounter of others we perceive and observe our own body as well as that of the other and therefore is it primarily in social situations where the relevancy of the acting body is revealed. This article presents initial ideas of how the embodiment approach can be integrated into the systemic consultation and therapy.   

 

Christoph Emanuel Amann:
Die fünf Säulen gesellschaftlichen Wandels

S. 48-62

Zusammenfassung

Gesellschaftliche Transformationen sollten auf der sozialen Ebene beginnen. Dieser Artikel fasst die Erkenntnisse meiner Masterarbeit (2019) zusammen und zeigt, welche Wirkfaktoren Transformationsbewegungen wie die Französische Revolution, Bauhaus, #MeToo oder Fridays for Future mehr oder weniger gelingen ließen/lassen. Vorgestellt werden die fünf Säulen gesellschaftlichen Wandels. Organisationen erhalten damit konkrete Handlungsfelder, um Systemveränderungen in Zukunft lokal, national und global erfolgreich auf den Weg zu bringen.

Abstract

Social transformations should begin on the social level. This article summarizes the findings of my Master’s Thesis (2019) and shows which impact factors make transformational movements such as the French Revolution, Bauhaus, #MeToo or Fridays for Future more or less successful. The five pillars of social change are presented. Organizations thus receive concrete action fields in order to be able to successfully launch system changes in the future, locally, nationally and globally.

 

Erfahrungsberichte

Katrin Wölfel:
Benni – Die Arbeit im Kinderschutz an einer Förderschule

S. 63-74

Zusammenfassung

Der Artikel zeigt, wie Systemische Beratung an einer Förderschule im Kontext Kinderschutz beruhigend und aktivierend gleichzeitig wirken kann. PädagogInnen erarbeiten bei unterschiedlicher Sichtweise eine gemeinsame schützende Vorgehensweise für das betreffende Kind. Gleichzeitig zeigt der Artikel die Entwicklung des Themas Kinderschutz an Schulen mit ihren strukturellen Fallstricken, den Besonderheiten der Institution Schule und dem hohen persönlichen Engagement von KollegInnen.

Abstract

The article shows how systemic counseling can be a calming and at the same time activating process in the context of child protection in school. Educationalists work together in order to implement a helping procedure for one child. It also shows the peculiarities of a school for children with disabilities and highlights the dedication and personal engagement of the person who work there.

 

Christine Jilg:
Erfahrungsbericht einer sozialpädagogischen Fachkraft in der Schuleingangsphase in NRW

S. 75-80

Zusammenfassung

Die ehemaligen Schulkindergartenstellen an Grundschulen in NRW wurden in den letzten zwei Jahren ausgebaut. Die Pädagog*innen arbeiten in den ersten beiden Schuljahren als vollberechtigtes Mitglied der Lehrerkonferenz im Unterricht mit. Der Artikel beschäftigt sich damit, wie das Berufsfeld historisch entstanden ist. Es klärt die Frage des Aufgabengebietes und grenzt den Tätigkeitsbereich von dem der Schulsozialarbeit ab. Des Weiteren wird exemplarisch Materialeinsatz aufgeführt und ein Tagesablauf dargestellt.

Abstract

At elementary school in Nordrhein-Westfalen (NRW) social pedagogues and elementary teacher work together for teamteaching and remedial education. It’s a field of work like preschool. Important is that the social pedagogues have the same rights as elementary teacher. The paper describes the historical development of preschool in NRW and gives an input about the assignment and the daily routine from social pedagogues at elementary schools and define the differences between social pedagogues and social work at school.

 

IMPULS

Haja (Johann Jakob) Molter:
Achtsamkeit ist nicht genug

S. 81-83

Berufspolitisches

Sebastian Baumann:
Systemische Therapie in der GKV – jetzt müssen die Kinder und Jugendlichen folgen.
Approbationsordnung: Künftiges Psychotherapiestudium muss allen
Grundorientierungen gerecht werden

S. 84-88

Würdigungen

S. 89-93

 

REZENSIONEN

S. 94-103

 

Nachrichten / WEINHEIMER KONTAKTE

S. 104-106

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 107-110

REGISTER JAHRGANG 2019, BAND 33