Systhema - Heft 3 - 2020

VORWORT

Caroline Schilling und Jens Förster
S. 248-249

Originalbeiträge

Christina Lukas:
„Sie wissen doch, wie das bei uns läuft.“ – Von Ohnmachtsgefühlen im Supervisionssystem

S. 250-262

Zusammenfassung

In überlasteten Teams mit wenig Ressourcen und vielfältigen Restriktionen können Ohnmachtsgefühle das Supervisionssystem lähmen. Die Autorin zeigt am Beispiel der Supervision in der stationären Altenhilfe auf, wie die Verbindung des entwicklungspsychologischen Zwei-Prozess-Modells hartnäckiger Zielverfolgung und flexibler Zielanpassung (Brandtstädter, 2015) mit der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT; Hayes, Strohsal & Wilson, 2007) hilfreiche Konzepte und konkrete Methoden liefert, Hilflosigkeitsgefühle zu überwinden und Selbstwirksamkeit sowohl bei Supervisanden als auch bei Supervisoren zurückzugewinnen.

Abstract

In overburdened teams with little resources and manifold restrictions feelings of powerlessness can paralyse the supervision system. Using the example of supervison in nursing home care the author presents how the connection of the developmental psychology Two-Process-Model of Tenacious Goal Pursuit and Flexible Goal Adjustment (Brandstädter, 2015) with Acceptance and Commitment Therapy (ACT; Hayes, Strohsal, & Wilson, 2007) can provide helpful concepts and concrete methods to overcome feelings of helplessness and to regain self-efficacy in supervisees as well as supervisors.  

 

Thomas H. Dyllick, Julia Weber, Maja Storch:
Motto-Ziele – ein neuer Zieltyp für das Unbewusste

S. 263-275

Zusammenfassung

Die Frage, wie Ziele formuliert werden müssen, um handlungswirksam zu werden, ist seit ­vielen Jahren Gegenstand psychologischer Forschung. In diesem Beitrag widmen sich die ­Autor*innen den Motto-Zielen. Einem neuen Typus von Ziel, mit dem nachhaltige Motivation sichergestellt werden kann. Im Kern sind Motto-Ziele persönlich gebildete Metaphern, die eine gewünschte innere Haltung beschreiben. Durch einen spezifischen Bildungsprozess und eine besondere sprachliche Form wird sichergestellt, dass nachhaltige Motivation erzeugt wird. Der Beitrag schließt mit einem Fallbeispiel und einem Einblick in die aktuelle Forschung zu Motto-­Zielen.

Abstract

The question of how goals should be formulated to become effective has been the subject of psychological research for many years. In this article, motto goals are introduced as a new type of goal, with which lasting motivation can be ensured. In essence, motto-goals are individually created metaphors that describe a desired mind-set. A specific formation process and a special linguistic form ensure that lasting motivation is generated. The article concludes with a case study and a brief insight into the current research on motto goals.

 

Katja Schwartz, Hansjürgen Kunigkeit:
Beratungslehrkräfte in Nordrhein-Westfalen: Facetten einer Rolle im System Schule

S. 276-289

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden zunächst die Aufgabenfelder von Beratungslehrkräften in Nordrhein-­Westfalen vorgestellt und in Beziehung zum Beratungsauftrag des gesamten Schul­systems sowie des wissenschaftlichen Diskurses gesetzt. Es folgt eine Darstellung der historischen Veränderungen der Konzepte zur Qualifizierung von Beratungslehrkräften in NRW. Anknüpfend daran werden alltägliche Herausforderungen praxisnah verdeutlicht und wissenschaftlich eingeordnet. Der Artikel schließt mit einer systemisch- und ressourcenorientierten Perspektiv­erweiterung. 

Abstract

The article presents the task areas of teachers qualified for counseling in NRW and relates these tasks to the counseling contract given through the school system as well as to the latest academic discourse. That is followed by an overview of the historical development of the concepts for qualifying teachers in counseling in NRW. Subsequently day-to-day challenges are pointed out in step with actual practice and classified scientifically. The article closes with an enhancement concerning the view on resources and systemic approaches.

 

Olaf Köster-Ehling:
Kooperative Beratung durch die Schulleitung

S. 290-303

Zusammenfassung

Ausgehend von einem humanistischen Menschenbild und von dem Konzept von Schule als einer lernenden Organisation skizziert dieser Artikel den Ansatz der Kooperativen Beratung nach Wolfgang Mutzeck und stellt dar, in welchen Gesprächssituationen Schulleitungen diesen Ansatz konkret in ihrer alltäglichen Praxis anwenden können.

Abstract

Starting from a humanistic approach and from school understood as a learning organization, this article outlines the concept of cooperative advice according to Wolfgang Mutzeck and shows in which specific situations school leaders can apply this approach to their everyday work.

 

Tobias Gschwendner-Lukas:
Rollenklärung bei verschiedenen supervisorischen Beratungsformaten in Kindertagesstätten

S. 304-317

Zusammenfassung

Im vorliegenden Artikel wird eine Rollenklärung bei systemischen Supervisionsanfragen aus Kindertagesstätten im Kontext institutioneller Erziehungs- und Familienberatungsstelle vorgenommen. Exemplarisch werden Fallberatung, Gefährdungseinschätzung und Teamsupervision anhand von drei Fokussen untersucht (Beziehungsfokus, systemische Haltung und systemische Interventionsmethoden) und anhand konkreter Fallbeispiele verdeutlicht. Aus der Analyse und Reflexion der drei Supervisionsformate werden verschiedene Erkenntnisse für die eigene ­Rollenklärung abgeleitet. 

Abstract

This article clarifies the different roles of systemic supervision for day-care centres for children in the context of institutional family counselling. Supervisional services such as case advice, risk assessment in child protection, and team supervision are examined under three different foci (relational focus, systemic attitude, and systemic methods of intervention) and illustrated by case studies. From analysis and reflection of these supervisional services different conclusions are drawn for the supervisor’s role.

 

Susanne Mathiak-Alfringhaus:
Der Unterschied, der einen Unterschied macht. Oder: Neue Möglichkeitsräume durch supervisorisches Handeln im Rahmen eines Fortbildungsformates für Pädagoginnen und Pädagogen. Ein Bericht aus der Praxis

S. 318-330

Zusammenfassung

Die Autorin untersuchte im Rahmen ihrer Supervisionsausbildung zur systemischen Super­visorin beim IF Weinheim, inwieweit der handlungsorientierte Einsatz von supervisorischen Tools neue Möglichkeitsräume schaffen kann. Anwendung fand dies in einem praxisorientierten Fortbildungsformat für pädagogische Fachkräfte. Darüber hinaus wurde geprüft, ob sich der Einsatz dieser Tools hilfreich auf die Abrufbarkeit von Fachwissen in der Praxis auswirkt. Mit Hilfe der Datenerhebung durch Teilnehmeräußerungen und Reflexionsgesprächen mit Auftraggebern konnte die Annahme empirisch verifiziert werden. 

Abstract

The author analyses in line with her qualification as a supervisor at IF Weinheim how the activity orientated use of supervisory tools creates an enlargement of possible scenarios and options. During a practice orientated training for educational staff it could be verified how by implementing these tools the participants were enabled to retrieve expert knowledge within acting in their practical context.

 

Monika Müller:
Sterbebegleitung und Professionalität   

S. 331-344

Zusammenfassung

In diesem Artikel werden einige Bewältigungsstrategien von Helfer*innensystemen der pallia­tiven und hospizlichen Arbeit beschrieben, wie das existenzielle Annehmen einer über uns verhängten Bestimmung, die doch in Freiheit von uns beantwortet werden will (Todesaneignung). Wichtig erscheint die Akzeptanz einer Hilflosigkeit, Leid nicht in Glück verwandeln zu können. Daneben ist eine Klärung der Rolle als Helfer*in wichtig, um eine symmetrische Kommunikation zu erreichen, sowie ein Zutrauen in die Selbstorganisation der Betroffenen. Die professionell in der Sterbebegleitung Tätigen benötigen zudem einen Raum für ihre eigene Betroffenheit, in dem sie die Realität des Verlustes erfassen, ihn validieren und ausdrücken können. Professionelle Supervision ist eine Möglichkeit für Empowerment und Enablement von Helfer*innensystemen in diesem Bereich.

Abstract

In this article, the author presents coping strategies for helping systems in palliative care. Among others, it seems of utmost importance to accept death as a determination imposed on us, that we can cope with in freedom (“Todesaneignung”, i.e. an integration of death into the self). It seems important to accept the helplessness involved, and an insight that suffering cannot be transformed into happiness. Furthermore, a clarification of the role of care takers seems important, in order to obtain a symmetric communication and confidence in self organization processes of all involved persons. Caretakers in palliative care need room for personal grief, where they can experience, validate and express loss and personal feelings. Professional supervision provides an opportunity for empowerment and enablement processes of caretakes in this domain.

 

NACHRUF

Gatis Bušs (Riga) und Arist v.Schlippe (Osnabrück)
zum Tode von Linde v. Keyserlingk
„Linde war für uns ein Fenster nach Europa“

S. 345-347
 

REZENSIONEN

S. 348-359

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 360-362

REGISTER JAHRGANG 2020, BAND 34

S. 363-366

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Systhema - Heft 2 - 2020

VORWORT

Andreas Klink
S. 116-118

Originalbeiträge

Arist v. Schlippe:
Die Corona-Krise – Eine psychologische Perspektive

S. 119-131

Zusammenfassung

In diesem Beitrag geht es um psychologische Perspektiven auf die Corona-Krise. Ausgehend von erlebten Belastungen werden zunächst Mechanismen der psychologischen Verarbeitung beschrieben. Dabei geht der Autor u. a. auch auf Humor und Witze als eine besondere Form des Umgangs mit der Krise ein. Darüber hinaus beschäftigt sich der Beitrag mit der spezifischen Situation der Entscheider. Abschließend beschreibt der Autor mögliche Gefahren und Chancen der Corona-Krise für die globale gesamtgesellschaftliche Entwicklung.

Abstract

This article deals with psychological perspectives on the corona crisis. First, feelings of psychological stress experienced throughout the crisis and coping mechanisms are described. Among others, the author refers to humor and jokes as a special way of dealing with the crisis. Furthermore, the article addresses the specific situation of decision-makers. Finally, the author describes possible dangers and opportunities of the crisis for overall societal development.

 

Ansgar Röhrbein:
Sinnstiftendes Erinnern – Aus der eigenen Geschichte Kraft schöpfen

S. 132-147

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag beschreibt die unterschiedlichen Möglichkeiten des biografischen Arbeitens mit Klient*innen unterschiedlichen Alters und fokussiert dabei besonders auf ressourcen- und lösungsorientierte Vorgehensweisen, die dabei helfen, den Glauben an sich und seine persönlichen Stärken zu festigen. Beispielhaft werden drei methodische Zugänge konkreter erläutert, die das Gegenüber in der Suche nach eigenen Schätzen im Lebenslauf anregen und die bewusste Erinnerung daran unterstützen.

Abstract

This article describes the different possibilities of biographical work with clients of different age groups and has a special focus on resource- and goal-oriented approaches, that help to improve the confidence in oneself and their personal strengths. Three distinct methodical approaches, that try to empower the individual search for personal treasures in one’s course of life and the reminiscence of those, are discussed in detail.  

 

Jens Förster:
Wie wir andere wahrnehmen: Eine sozialpsychologische Perspektive auf Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung in der systemischen Praxis

S. 148-159

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt der Autor zunächst eine Abgrenzung der Begriffe „Stereotyp“, „Vorurteil“ und „Diskriminierung“ vor, um dann auf Funktionen von Stereotypen sowie ihre Wirkung auf Urteile über andere Menschen einzugehen. Im Anschluss daran bezieht er die beschriebenen Phänomene auf alltägliche Kontexte in Beratung, Coaching, Therapie und Supervision und zeigt zum Abschluss Möglichkeiten auf, im Beratungsalltag mit Stereotypen und Vorurteilen umzugehen.

Abstract

In this article, the author first presents current social psychological definitions on “stereotypes”, “prejudice” and “discrimination”. He then examines the functions of stereotypes and their effect on judgments about other people. Afterwards he describes, how everyday contexts in counseling, coaching, therapy and supervision are affected by preconscious judgments and finally he suggests ways to deal with stereotypes and prejudices in everyday counseling.

 

Andreas Klink:
Revierdemokraten – Stadtteilbezogene Interventionen im Umgang mit Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

S. 160-172

Zusammenfassung

Dieser Beitrag stellt ein Projekt vor, in dem stadtteilbezogene und systemisch fundierte Interventionen genutzt werden, um neuen Erscheinungsformen von Rechtspopulismus und religiös oder ideologisch legitimierter Abwertung und Ausgrenzung von bestimmten sozialen Gruppen zu begegnen. Dabei wird zunächst über Anlass und Ausgangssituation für das Projekt berichtet, um dann näher auf die Umsetzung einzugehen. Der Autor beschreibt Zielgruppen, Ziele und methodische Ansätze des Projektes und geht zum Abschluss darauf ein, welche systemischen Haltungen und Prinzipien dem beschriebenen Ansatz zugrunde liegen.

Abstract

This article presents a project in which district-related and systemically based interventions are used to counter new manifestations of right-wing populism and religiously or ideologically legitimated misanthropy. First, the reason and starting situation for the project are reported. Then the author describes the target groups, goals and methodological approaches of the project. He concludes by discussing the systemic attitudes and principles underlying the project.

 

Erfahrungsberichte

Swantje Decker:
„Starke Frauen“ – Einblicke in ein sprachreduziertes, ressourcenorientiertes Gruppenangebot für geflüchtete Frauen

S. 173-185

Zusammenfassung

In diesem Beitrag beschreibt die Autorin ein Gruppenangebot für geflüchtete Frauen, die an psychischen Belastungen leiden. Sie stellt den Kontext und die theoretischen Grundlagen für das Angebot „Starke Frauen“ vor und gibt Einblicke in die inhaltliche Gestaltung. Grundlage des Gruppenangebotes sind die Kernelemente sprachreduziertes Arbeiten, Ressourcenorientierung, Psychoedukation, Achtsamkeit und Genuss. Zum Abschluss berichtet die Autorin über ihre praktischen Erfahrungen mit den ersten beiden Durchläufen des Angebotes.

Abstract

In this article, the author describes a group meeting approach for refugee women who suffer from psychological stress. She presents the context and the theoretical basis for the “Strong Women” group meeting and gives insights into the meeting schedule. Core elements of the approach are language-reduced work, resource orientation, psychoeducation, mindfulness and enjoyment. Finally, the author reports on her practical experience with the first two runs of group meetings.

 

Jacques Hartjes:
Fridays for Future – Jugendklimaproteste im Zeitalter der sozialen Netzwerke

S. 186-195

Zusammenfassung

Dieser Beitrag beschäftigt sich zum einen mit der Frage, was junge, bisher eigentlich unpolitische, Menschen dazu bringt, sich aktiv gegen die aktuelle Politik und für ein gemeinsames Ziel zu engagieren. Darüber hinaus wird auf die Rolle der sozialen Medien bei der Aktivierung und Organisation neuer sozialer Bewegungen eingegangen. Als Beispiel dienen hier jeweils Fridays for Future-Aktivist*innen.

Abstract

This article deals with the question of what makes young, so far actually apolitical, people actively engage against current politics and for a common goal. Moreover, the role of social media in activating and organizing new social movements is discussed. For both topics Fridays for Future activists serve as examples.

 

Impulse

Rebekka Fischer:
Systemische Soziale Arbeit im Kinderschutz: Ein Plädoyer

S. 196-208

Zusammenfassung

In diesem Beitrag geht es um das Potenzial einer systemisch ausgerichteten Sozialen Arbeit für die Arbeit der Fachkräfte im ASD und ihren professionellen Umgang mit den vielschichtigen Fragen im Kinderschutz. Die Autorin zeigt auf, dass Haltungen und Methoden der systemischen Sozialen Arbeit positive Auswirkungen auf fünf unterschiedlichen Ebenen haben können: auf der Handlungsebene, auf der Ebene der Fachkräfte, auf der Ebene der Erziehungsberechtigten, auf der Ebene der Institution und auf der Ebene der Gesellschaft. Insbesondere im Kinderschutz bieten systemische Haltungen und Methoden den Fachkräften die Möglichkeit, weniger auf Probleme und Defizite zu fokussieren, sondern Potenziale und Ressourcen der Familiensysteme in den Blick zu nehmen, so dass die Sorgeberechtigten weiterhin die Hauptverantwortung für den Schutz ihrer Kinder tragen können.

Abstract

This article deals with the potential of systemic practice in social work especially in the field of youth welfare offices and with special regard to child protection. The author shows that attitudes and methods of systemic social work can have positive effects on five different levels: at the level of action, at the level of youth welfare officers, at the level of parents, at the level of the institution and at the level of society. In the field of child protection, systemic attitudes and methods offer youth welfare officers the opportunity to focus less on problems and deficits, but rather on the potential and resources of family systems, so that parents can remain primarily responsible for protecting their own children.

 

Kerstin Schmidt:
Rote Nase – oder: Humor tut gut!

S. 209-213

Zusammenfassung

In diesem Beitrag stellt die Autorin eine Methode und Humor-Technik vor, die sich in jeglichen Kontexten und Settings – auch virtuell – sehr effektiv und mühelos einsetzen lässt. Darüber hinaus berichtet sie über Erfahrungen mit der Methode und beschreibt Beispiele aus ihrer eigenen beruflichen Praxis.

Abstract

The author presents a method and humor technique that can be used very effectively and effortlessly in any context and setting, including virtual settings. In addition, she reports on experiences with the method and describes examples from her own professional practice.

 

Interview

Andreas Klink, Arist von Schlippe, Haja Molter, Herbert Buchta und Wolfgang Loth:
100 Mal systhema oder die Liebe zwischen Wespe und Orchidee

S. 214-232

 

REZENSIONEN 

S. 233-240

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN 

S. 241-242

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Systhema - Heft 1 - 2020

VORWORT

Eva Kaiser-Nolden
S. 4-5

Nachrufe

Zum Tod von Rudolf Kaufmann (1932 – 2020)    
S. 6-13

Für Hans
S. 14

Originalbeiträge

Eléen Wriede, Katharina Weitkamp:
Wie gelingt die Integration von Körper- und Bewegungselementen in die Systemische Therapie: eine Videoanalyse von Therapiesitzungen

S. 15-34

Zusammenfassung

Die Integration körpertherapeutischer Methoden in die Systemische Therapie stellt derzeit noch einen innovativen und wenig beforschten Ansatz dar. Die Integration von Körper- und Bewegungselementen in die Systemische Therapie wurde mittels einer Videoanalyse erforscht. Es zeigte sich, dass verschiedene Körper- und Bewegungsinterventionen sich gut mit systemischen Interventionen kombinieren ließen. Dabei hatte das Vertrautsein der Patienten mit der Methode Auswirkungen auf die Kombination der Therapiemethoden.

Abstract

Research on body therapeutic methods in combination with systemic therapy is still in its early stages. By analyzing videos, the aim was to assess how elements from body therapy may be integrated with systemic therapy. It turned out that various body and movement interventions could be smoothly combined with systemic interventions. The patient being familiar with the integrative method seemed to be relevant for the individual combination of therapy methods.

 

Nicole Rosenau:
Embodiment systemisch betrachtet – Theoretische Reflexion des Embodiment-Ansatzes vor dem Hintergrund systemischen Denkens

S. 35-47

Zusammenfassung

Die Welt erschließt sich uns nicht nur über Kognitionen, sondern auch über den Körper und die Bewegung. In der Begegnung nehmen wir zuerst unseren Körper und den unseres Ge­genübers wahr, sodass sich die Relevanz des handelnden Körpers vor allem auch in sozialen Situationen zeigt. In diesem Artikel werden erste Ideen dargestellt, wie die Theorien des ­Embodiment-Ansatzes sich in die Systemische Beratung und Therapie integrieren lassen.

Abstract

Perceptions of the world are not limited to the cognitive, also the body and its movements play a part. Through the encounter of others we perceive and observe our own body as well as that of the other and therefore is it primarily in social situations where the relevancy of the acting body is revealed. This article presents initial ideas of how the embodiment approach can be integrated into the systemic consultation and therapy.   

 

Christoph Emanuel Amann:
Die fünf Säulen gesellschaftlichen Wandels

S. 48-62

Zusammenfassung

Gesellschaftliche Transformationen sollten auf der sozialen Ebene beginnen. Dieser Artikel fasst die Erkenntnisse meiner Masterarbeit (2019) zusammen und zeigt, welche Wirkfaktoren Transformationsbewegungen wie die Französische Revolution, Bauhaus, #MeToo oder Fridays for Future mehr oder weniger gelingen ließen/lassen. Vorgestellt werden die fünf Säulen gesellschaftlichen Wandels. Organisationen erhalten damit konkrete Handlungsfelder, um Systemveränderungen in Zukunft lokal, national und global erfolgreich auf den Weg zu bringen.

Abstract

Social transformations should begin on the social level. This article summarizes the findings of my Master’s Thesis (2019) and shows which impact factors make transformational movements such as the French Revolution, Bauhaus, #MeToo or Fridays for Future more or less successful. The five pillars of social change are presented. Organizations thus receive concrete action fields in order to be able to successfully launch system changes in the future, locally, nationally and globally.

 

Erfahrungsberichte

Katrin Wölfel:
Benni – Die Arbeit im Kinderschutz an einer Förderschule

S. 63-74

Zusammenfassung

Der Artikel zeigt, wie Systemische Beratung an einer Förderschule im Kontext Kinderschutz beruhigend und aktivierend gleichzeitig wirken kann. PädagogInnen erarbeiten bei unterschiedlicher Sichtweise eine gemeinsame schützende Vorgehensweise für das betreffende Kind. Gleichzeitig zeigt der Artikel die Entwicklung des Themas Kinderschutz an Schulen mit ihren strukturellen Fallstricken, den Besonderheiten der Institution Schule und dem hohen persönlichen Engagement von KollegInnen.

Abstract

The article shows how systemic counseling can be a calming and at the same time activating process in the context of child protection in school. Educationalists work together in order to implement a helping procedure for one child. It also shows the peculiarities of a school for children with disabilities and highlights the dedication and personal engagement of the person who work there.

 

Christine Jilg:
Erfahrungsbericht einer sozialpädagogischen Fachkraft in der Schuleingangsphase in NRW

S. 75-80

Zusammenfassung

Die ehemaligen Schulkindergartenstellen an Grundschulen in NRW wurden in den letzten zwei Jahren ausgebaut. Die Pädagog*innen arbeiten in den ersten beiden Schuljahren als vollberechtigtes Mitglied der Lehrerkonferenz im Unterricht mit. Der Artikel beschäftigt sich damit, wie das Berufsfeld historisch entstanden ist. Es klärt die Frage des Aufgabengebietes und grenzt den Tätigkeitsbereich von dem der Schulsozialarbeit ab. Des Weiteren wird exemplarisch Materialeinsatz aufgeführt und ein Tagesablauf dargestellt.

Abstract

At elementary school in Nordrhein-Westfalen (NRW) social pedagogues and elementary teacher work together for teamteaching and remedial education. It’s a field of work like preschool. Important is that the social pedagogues have the same rights as elementary teacher. The paper describes the historical development of preschool in NRW and gives an input about the assignment and the daily routine from social pedagogues at elementary schools and define the differences between social pedagogues and social work at school.

 

IMPULS

Haja (Johann Jakob) Molter:
Achtsamkeit ist nicht genug

S. 81-83

Berufspolitisches

Sebastian Baumann:
Systemische Therapie in der GKV – jetzt müssen die Kinder und Jugendlichen folgen.
Approbationsordnung: Künftiges Psychotherapiestudium muss allen
Grundorientierungen gerecht werden

S. 84-88

Würdigungen

S. 89-93

 

REZENSIONEN

S. 94-103

 

Nachrichten / WEINHEIMER KONTAKTE

S. 104-106

 

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 107-110

REGISTER JAHRGANG 2019, BAND 33

 

 

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