Systhema - Heft 1 - 2017

VORWORT

Hans Schindler     
S. 4

NACHRUFE

„Mitten im Leben….“ – Ein Nachruf auf Ursel Winkler
*20.08.1964    †01.12.2016       
S. 5-6

Nachruf auf Gisela Osterhold   
S. 7-8

ORIGINALBEITRÄGE:    

Arist v.Schlippe:
Beziehung an den Grenzen – Die Paarbeziehung im Werk der Künstler Auguste Rodin und Edgar Degas

S. 9-24

Zusammenfassung

Obwohl sie Zeitgenossen waren und die Kunstgeschichte bis in die Gegenwart hinein geprägt haben, waren Rodin und Degas als Künstler sehr unterschiedlich. Der Text betrachtet das Werk der beiden unter einem spezifischen Blickwinkel: die im Werk der beiden Männer vermittelten Bilder von Paarbeziehungen und darüber hinaus generell vom anderen Geschlecht werden diskutiert. Es zeigen sich zwei extreme Formen: das Thema der idealisierenden Verschmelzung zwischen Mann und Frau bei Rodin, das des Betrachters, der sich der Frau nur beobachtend nähert, bei Degas. Beide, so die Schlussfolgerung, die auch ihre persönliche Geschichte jeweils mit einbezieht, haben einen wichtigen Aspekt von Partnerschaft nicht gelebt: die Entscheidung für eine lebenslange Bindung an einen anderen Menschen.

Abstract

Although they were contemporaries and core figures of art-history, Rodin and Degas were very different artists. The present text discusses the work of both by taking a specific angle of view: what kind of picture does the work of both men convey about partnership and of the female sex? It can be shown that they both realize two different extremes: resolution of individual boundaries in an idealising conflation shown by Rodin, whereas Degas takes in the perspective of the distant observer who is elsewhere not getting in touch with the other sex. Taking into account the personal history of both artists, the text comes to the conclusion that both failed in establishing a relationship, which would be based on the decision to spend a lifetime with a beloved partner.


Hans Schindler: 
„Die systemische Familiendynamikaufstellung nach Bert Stierlinger wird nicht bezahlt“ – Wohin bewegen sich die Familienaufsteller?

S. 25-33

Zusammenfassung

Der diesem Beitrag vorangestellte Ausspruch entstammt einem Gespräch mit einem Krankenkassen-Mitarbeiter, der wegen der Kostenübernahme für etwas ganz anderes, nämlich eine Systemische Familientherapie, befragt worden war (Reitz, 2014, S. 147). Die in diesem Satz zu Tage tretende Verwirrung gehört in der Fachöffentlichkeit längst der Vergangenheit an, doch Ende der 1990er-Jahre und Anfang dieses Jahrhunderts waren derartige Unklarheiten auch dort durchaus verbreitet. Dieser Beitrag zeichnet den Prozess des Familienstellens in den letzten zwei Jahrzehnten nach. Er ist Teil der Geschichte der Systemischen Therapie, kann aber auch als Beispiel dafür betrachtet werden, wie Therapieschulen versuchen, sich von auf den ersten Blick abseitigen Ideen abzugrenzen, die ihnen angedient werden, oder sie zugleich zumindest teilweise zu integrieren.

Abstract

„The systemic family constellations following Bert Stierlinger will not be payed”
Where to move therapists working with family constellations?
The introductory sentence to this article is taken from a conversation with an employee of a health insurance company, who had been contacted concerning a quite different subject, i.e. systemic family therapy. (Reitz 2014, S.147). What becomes manifest in this sentence is a confusion which belongs to the past in the professional public, but at the end of the nineties or at the beginning of this century this lack of clarity was widely spread. This contribution tries to sketch the process of working with family constellations during the last twenty years. It is part of the history of systemic therapy, but might as well be seen as an example for the way, therapy schools try to dissociate themselves from on the first glance esoteric/remote ideas which are offered to them or how they try to integrate them at least partially.

ERFAHRUNGSBERICHT 

Jörg Finkbeiner:
„Endlich hast du gesehen, was ich meinte!“ – Wenn reden alleine nicht mehr ausreicht – Erfahrungsorientierte systemische Paar- und Familienberatung

S. 34-47

Zusammenfassung

Wie begleitet man Eltern, die schon alles kennen, beratungsmüde sind oder sich zur Zusammenarbeit genötigt fühlen? Hier ist der Wunsch groß, eine Methode zu kennen, die überrascht, Spaß macht und anders ist als alles, was bisher in der Familienberatung eingesetzt wird. Die erfahrungsorientierte systemische Familienberatung (ESFB) ist eine neu entwickelte Methode, bei der Familien auf spielerische Art innerfamiliäre Prozesse erkennen können. Sie lädt ein, neue Umgangsformen auszuprobieren. Eltern schätzen an der Methode die Alltagsnähe und können oftmals die selbst gewonnenen Erfahrungen gut umsetzen. An einem Beispiel aus der Praxis wird die Methode vorgestellt und praxisnah erläutert.

INTERVIEW    

S. 48-61

Interview mit Herrn Prof. Dr. Uwe Gonther, Ärztlicher Direktor am Ameos Klinikum Dr. Heines in Bremen durchgeführt von Rose und Hans Schindler    

DISKUSSION

Angelika Pannen-Burchartz:
Meine Wahrheit, deine Wahrheit – Über Kontingenz im Geschlechterverhältnis

S. 62-68

Hans Lieb:
Kontingenz und Gewissheit: Welchen Platz hat Gewissheit in der systemischen Praxis? – Ein Plädoyer für die Unterscheidung zwischen Theorie und Handlungsanweisung   

S. 69-73

Haja (Johann Jakob) Molter:
Wenn Wahrheit die Erfindung eines Lügners ist, dann ist Heinz von Foerster ein Lügner.   

S. 74-80

BERUFSPOLITISCHES

Hans Schindler:
In der wunderschönen Zeit dazwischen (7)      

S. 81-89

Rezensionen

S. 90-96

Weinheimer Kontakte

S. 97-98

Termine/ Veranstaltungen

S. 99-102