Systhema - Heft 3 - 2010

VORWORT

Ursel Winkler
S. 228

ORIGINALBEITRÄGE

Uwe Hameyer:
Wie Schulen lernen

S. 229-240

Zusammenfassung

Eine qualitätsorientierte Weiterentwicklung von Schulen als lernende und selbstverantwortliche Organisationen ist erklärtes Ziel des Bildungsmonitorings der Bundesländer sowie internationaler Bildungsbestrebungen. Im vorliegenden Beitrag werden das Menschenbild, wesentliche Begründungen und essentielle Inhalte einer modernen, als learning community agierenden Schule dargelegt. Ein differenziertes Methodenspektrum für organisationales Lernen sowie zentrale Handlungsfelder von Wissensmanagement zeigen die Realisierungsmöglichkeiten auf.

Summary

A quality-based development of schools as learning organizations is an explicit target of the federal states in Germany as well as international education efforts. In this contribution the idea of man, substantial reasons and essential features of a modern, as learning community acting school which is conceived a learning community are stated. A differentiated spectrum for organizational learning as well as fields of knowledge management demonstrate ways to put this idea into action.

Eva Kaiser-Nolden:
Systemisches Change Management

S. 241-256

Zusammenfassung

Organisationen können als sich selbst organisierende soziale Systeme betrachtet werden. Dieser Artikel beschreibt sechs Ordnungskräfte für die Verhaltens- und Interaktionsweisen innerhalb einer Organisation. Drei Beobachtungs-Ebenen und sieben relevante Kontexte werden für die systemische Arbeit vorgeschlagen. Aus dem Prozess der Selbstorganisation in Veränderungen werden Arbeitsweisen für systemische Organisationsentwickler abgeleitet.

Summary

Looking at organisations as self organising social systems, this article describes six forces that organise behaviour and interactions the way an organisation operates. Three observational levels and seven kinds of organisational context are being suggested for systemic work. Based on the process of self organisation during change, ideas for systemic OD consultants' work are explored.

Kristin Stier:
Bleiben wir auf dem Teppich unserer Möglichkeiten und hoffen, dass er fliegen kann
Systemisches Arbeiten in einer 5-Tage-Gruppe

S. 257-267

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden Möglichkeiten systemischer Arbeit in einer stationären Jungenwohngruppe in der Kinder- und Jugendhilfe thematisiert. Der Einfluss und die Wirkung einer systemischen Grundhaltung und deren Methoden auf die Entwicklung der Arbeit mit den Systemen Team, Wohngruppe und Familie werden erläutert.

Summary

In this paper, possibilities of working systemically with a boys' residential group in child and youth welfare are addressed. The influence and effect of a systemic attitude and methods on the development of working with the three systems team, residential group, and family are discussed.

ERFAHRUNGSBERICHTE

Bernhard Jacob, Daniela Licata:
Die Methode von Marte Meo als Instrument zur Diagnostik und Entwicklung elterlicher Fähigkeiten im Zwangskontext Kinderschutz

S. 268-278

Zusammenfassung

Der Artikel gibt eine kurze Einführung in die Methode Marte Meo (Jacob). Eine Fallbeschreibung illustriert Möglichkeiten und mögliche Rahmenbedingungen des Einsatzes der Methode im Zwangskontext Kinderschutz. Ein Interview mit der betroffenen Mutter des geschilderten Falles gibt Einblick in die Sichtweise und Bewertung der Methode durch eine Rezipientin (Licata).

Kerstin Horngacher:
Meridian-Energie-Arbeit (MEA) und systemische Praxis

S. 279-286

Zusammenfassung

Dieser Artikel befasst sich mit einem Bereich der Energetischen Psychologie. Neben dem geschichtlichen Hintergrund und eigenen Erfahrungen mit „Emotional Freedom Techniques" erläutert die Autorin die Entwicklung ihres Ansatzes, der „Meridian-Energie-Arbeit". Ein Fallbeispiel illustriert, wie MEA in der Praxis eingesetzt werden kann. Leitend ist dabei die Frage, ob und wie MEA zur systemischen Arbeit passt.

Summary

This article deals with the field of Energy Psychology. The author describes the historical background, her own experiences and the creation of her approach "Meridian-Energie-Arbeit" (MEA). An example illustrates her work in practice. She closes with a reflection on how MEA fits in to the systemic approach.

IMPULSE

Stephan Theiling und Claudia Terrahe-Hecking:
Familienmedizinisches Curriculum: „Psychosomatische Grundversorgung" für Ärzte

Die Kunst der Kooperation mit „Patienten", Familien und Institutionen im Kontext körperlicher Erkrankungen

S. 287-294

Zusammenfassung

Dieser Beitrag soll einen Einblick in einen Bereich der ärztlichen Psychotherapie-Weiterbildung geben, und zwar den der „Psychosomatischen Grundversorgung". Die Rahmen-Vorgaben der Bundesärztekammer sind von den Autoren im systemischen Sinne umgesetzt worden und werden als familienmedizinisches Curriculum am IF Weinheim angeboten: Ein weiteres Puzzleteilchen im Einzug systemischen Gedankenguts in die Krankenkassen-Versorgungslandschaft.

Akkreditierung von Fortbildungen des IFW

S. 295-296

DISKUSSION

Cornelia Tsirigotis;
Lösungsorientierte Haltung und Arbeit mit Kindern und (ihren) Erwachsenen - Und von der Verantwortung für sprachliche Wirklichkeitskonstruktionen durch Titelgestaltung

S. 297-300

REZENSIONEN

S. 301-315

SICHTWEISEN

S. 209-213

TAGUNGSBERICHTE

Lebenswandel als Dialog - Soziale Konstruktionen und systemische Praxis

17. Wissenschaftliche Jahrestagung der Systemischen Gesellschaft
vom 02. bis 04.09.2010 in Marburg

S. 316-318

Vom guten Leben in schwierigen Zeiten

Zehnte Jahrestagung der DGSF vom 15. bis 18.09.2010 in Heidelberg

S. 319-321

NACHRICHTEN / WEINHEIMER KONTAKTE

S. 322-327

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 328-331

SYSTHEMA JAHRESREGISTER 2010

S. 333-337

Systhema - Heft 2 - 2010

VORWORT

Cornelia Hennecke und Haja (Johann Jakob) Molter
S. 104

ORIGINALBEITRÄGE

Jim Wilson:
Engagement bei Kindern und Jugendlichen erwecken - Ein Theater der Möglichkeiten

S. 105-125

Zusammenfassung

Familientherapeutische Ansätze können in der Praxis sowohl inspirieren als auch einengen. Um Engagement bei Kindern und Jugendlichen zu erwecken, sollte man einen Kontext für Improvisation bereitstellen, der Experimentieren und Ausprobieren neuer Ideen im Denken und Handeln erlaubt. Dazu gehört die Bereitschaft, ein Wagnis einzugehen, das von genügend Sicherheit getragen ist, um die Ressourcen jedes Kindes in der Therapie zur vollen Entfaltung zu bringen. Daran sollten sich Therapeuten in erster Linie orientieren. Die Metapher, Therapie als ein „Theater der Möglichkeiten" zu begreifen, ermutigt, eine Haltung einzunehmen, die jenseits von Orthodoxie spielerisches Handeln ermöglicht. Das lädt dazu ein, das „Repertoire" von Therapeuten und jungen Menschen mit einer handlungsorientierten Sprache und aktivem Handeln in der Therapie zu erweitern.

Summary

Engaging Children and Young People; A theatre of Possibilities
Family Therapy theories and approaches have both the capacity to inspire and constrain possibilities in practice. Engaging children and young people requires the creation of an improvisational context that allows for experimentation and novelty in both thinking and activity. Willingness to take a safe enough risk in order to fully expand the resources of each child in therapy is a key component of the therapist's orientation. The metaphor of therapy as a "theatre of possibilities" encourages an attitude of serious playfulness beyond received orthodoxies. This provides an invitation to expand the "repertoires" of both therapist and young person in the language of action, activity, and the spoken word in therapy.

Arist v. Schlippe:
Rösselsprünge, Improvisation und die Möglichkeit des Andersseins

S. 126-129

Zusammenfassung

„Rösselsprünge" sind die Züge beim Schach, die einer anderen Logik folgen als der der anderen Figuren. Diese „andere Logik" wird zum Ausgangspunkt dafür genommen, über die Frage nachzudenken, wie Unvorhersehbarkeit, Improvisation und eine gewisse Unberechenbarkeit in therapeutische Gespräche eingebracht werden können. Eine Reihe von Heuristiken für die Gesprächsgestaltung wird vorgestellt, verbunden mit der Warnung, zum einen nicht die Unvorhersehbarkeit so weit zu treiben, dass bereits diese erwartet wird, und zum anderen nie den stabilisierenden vertrauensvollen Rahmen zu vergessen, ohne den keine therapeutische Intervention gesetzt werden sollte.

Summary

Thinking of the chess game, one of the figures follows in it's moves different rules: the knight (in German we call it the „horse"). It is able to jump over the line while all the other chess-pieces have to move straightforward. This „different logic" is taken as starting point to think about the role of unpredictability and improvisation in systemic therapy and counseling. A series of different heuristics skills by taking the lead in the interview are presented. They are accompanied by a warning: never become predictable in a way that your unpredictability will be expected by the client, and always use any confusing intervention within the frame of a secure and trusting relationship.

Carl Whitaker und Gary M. Connell:
Die Infrastruktur der Familientherapie

S. 130-140

Zusammenfassung

Der Aufsatz zeigt, wie wir die Kernbestandteile der Symbolisch-Experientiellen Familientherapie verstehen. Der Begriff des familientherapeutischen Prozesses lässt sich u. E. am besten durch die eigenen Phantasien, Metaphern und Geschichten vermitteln. Der Aufsatz soll die Leser anregen, sich über ihre Verantwortung als Familientherapeuten Gedanken zu machen.

Summary

The Infrastructure of Family Therapy
This paper represents our understanding of the abstract core ingredients for Symbolic-Experiential Family Therapy. We believe that the best way to convey our understanding of the family therapy process is through the sharing of our fantasies, metaphors and stories. We hope that this paper will generate ideas for the reader concerning your responsibility for conducting family therapy.

Lauren Z. Schneider:
Eco-Dreaming: Die Erzählung vom Wal

S. 141-147

Zusammenfassung

Summary

What happens when a psychotherapist skilled in dreamwork finds that symbols can have significance not only fort he individual dreamer but for the human species and the planet? In relating a dream of her own, L. Z. Schneider shows us, for example, that the imaginal movements of giants of the oceanic depths may signal not only to her but to the people around her. And she argues that attending to dreams collectivily may help a society work through critical issues, a principle that humans in other times and places have lived by.

Thomas Klütsch:
Systemtherapie und Mitgefühl - eine Frage der Begegnung jenseits von Sprache

S. 148-158

Zusammenfassung

Der Artikel setzt sich mit dem affektiven Erleben in therapeutischen oder kommunikativen Prozessen auseinander, welches häufig grundlegend für die Bereitschaft ist, dem Gegenüber offen zu begegnen, sich weitergehend einzulassen oder Sichtweisen zu verändern. Dieses Erleben findet jenseits von Sprache oder nonverbaler Kommunikation statt und lässt sich mit dem Begriff der Empathie nicht erfassen und beschreiben. Ich verstehe dieses Erleben in Momenten der Begegnung als wahres Mitgefühl, welches zur gleichen Zeit auf der einen Seite eine affektive Rahmung mit meinem Gegenüber und auf der anderen Seite einen Zugang zu mir und meinen innersten Gefühlen bedeutet.

Summary

This article deals with the affective experience in therapeutic or communicative processes which is often essential for the willingness to face the counterpart openly, to get further involved with someone or to change his perception. This experience occurs beyond speech or nonverbal communication and cannot be described or captured by the terms of empathy. I understand this experience in moments of encounter as true compassion which at the same time means an affective framing with my encounter on one side and an access to me and my innermost feelings on the other side.

Johannes Holz:
Gemeinschaftliche Beratung - Ein Gesprächsmodell für Empowerment, Teamentwicklung und Unterstützung in belastenden Lebenssituationen

S. 159-167

ERFAHRUNGSBERICHTE

Anett Große:
Von der Ohnmacht zur Stärke - Systemisches Arbeiten in der Opferhilfe

S. 168-172

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag gibt einen Einblick in das systemische Arbeiten mit Betroffenen von Straftaten im Kontext der Opferhilfe. Es soll ein Bild entstehen über die Etablierung des Arbeitsfeldes der Opferhilfe im Bundesland Sachsen, als einmaliges Projekt in dieser Struktur deutschlandweit. Im Jahre 2008 konnte die Opferhilfe Sachsen e.V. ein Zeugenbegleitprogramm ins Leben rufen, welches Zeugen von Straftaten die Möglichkeit eröffnet, sich vor dem Strafprozess zu informieren und gegebenenfalls begleiten zu lassen.

Im Rahmen der Gesamtdarstellung des Projektes wird der Fokus auf das systemische Arbeiten mit Zeugen und Zeuginnen von Straftaten gelegt. Die Zeugenaussage vor einem Amts- oder Landgericht ist die Pflicht eines jeden Staatsbürgers. Oftmals ist zwischen der Straftat und der Zeugenaussage viel Zeit vergangen (bis zu 1 1/2 Jahren). Der Verarbeitungsprozess hat längst eingesetzt und vor allem die sogenannten „sensiblen Zeugen" können sich eine weitere Konfrontation mit dem Geschehenen nicht mehr vorstellen. Es kommt zu akuten Angstreaktionen und der Wiederholung von Symptomatiken, die sie nach der Straftat erlebt haben (Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Flash-backs u. a.)

Die Interventionen, die aus der Erarbeitung der Methode hervorgegangen sind, haben sich in der Arbeit mit Zeugen, die vermehrt Angstreaktionen aufweisen, bewährt. Es ist ein Versuch, systemisches Arbeiten und traumatherapeutische Elemente zu verbinden. Durch die Anwendung einer Skalierungsfrage wird für die Zeugin erfahrbar, dass sich durch die Intervention das Angstgefühl reduziert, was in der Folge wiederum zu einer sichereren Zeugin vor Gericht führt. Die Methode habe ich in meiner Ausbildung zur Familientherapeutin am Institut Weinheim erarbeitet.

Thorsten Isack:
Zwangskontext als Möglichkeit - Ein Erfahrungsbericht aus der Arbeit mit straffälligen Jugendlichen

S. 173-183

Zusammenfassung

Vor ca. sechs Jahren bin ich in die Arbeit mit jugendlichen Straftätern eingestiegen. Mein Arbeitgeber gab mir freie Hand bei der Konzeptentwicklung. Im Folgenden sah ich mich mit unterschiedlichsten Erwartungen konfrontiert. Meine eigene Erwartung war es, den Kurs so zu gestalten, dass meine systemische Haltung und Arbeitsweise sich darin wiederfindet. Nach fast 300 Teilnehmern ist dies ein Zwischenstand, den ich gerne Interessierten zur Verfügung stellen möchte. Ich erläutere den Rahmen und die Struktur des Kurses, beschreibe Abläufe und Methoden, mache Ausführungen zum Klientel inklusive Fallbeispiele und ziehe mein persönliches Resümee.

Summary

Nearly 6 years ago I started my work with juvenile delinquents. My employer gave me plenty of rope by developing my own concepts. I was confronted with different expectations. For me it was most important, to create the course on my own systemic believes. Round about 300 juveniles later this is my intermediate result, which I would like to offer to other interested people. I explain the frame and the structure of the course, describe operations and methods, specify our clients including a short case study. At the end follows my personal résumé.

Ruth Nowak:
Paartherapie - immer wieder neu herausfordernd

S. 184-193

Zusammenfassung

Dieser Erfahrungsbericht beschreibt den bisherigen Entwicklungsprozess in meiner Arbeit von der Systemischen Beratung für Einzelpersonen hin zum Beratungsangebot für Paare. Dabei gehe ich im Besonderen auf die prozessunterstützenden Möglichkeiten systemischer Methoden sowie auf die Begleitung durch Supervision ein.

NACHRUF

Rosmarie Welter-Enderlin 4.2.1935 - 4.4.2010

S. 194

DISKUSSION

Cornelia Tsirigotis;
Aus der Krise wachsen - über Ressourcen und Resilienz

S. 195-196

Wolfgang Loth:
Autorität als Zusammen Wirken

S. 197-202

REZENSIONEN

S. 203-208

SICHTWEISEN

S. 209-213

TAGUNGSBERICHT

 

Werkstattgespräche der Deutschen Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit (dgssa)

S. 214

ABSCHLUSSARBEITENBÖRSE

S. 215-217

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 218-223

Systhema - Heft 1 - 2010

VORWORT

Hans Schindler S. 4

ORIGINALBEITRÄGE

Renate Semken, Bianca Weber:
Das Konstrukt „Hilfeverlauf" im Therapeutischen Einzelwohnen Mobile -
... von der Verselbstständigung junger Menschen in einer systemischen Einrichtung

S. 5-17

Zusammenfassung

Dieser Artikel beschreibt die praktische Arbeit des Projektes „Mobile" mithilfe des theoretischen Konstruktes „Hilfeverlauf" im Rahmen der stationären Jugendhilfe. Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren sowie an ihre Familien. Das Zusammenwirken von Systemischer Therapie und Pädagogik ist dabei zentral. Es werden Anregungen gegeben, über unterschiedliche Phasen in einer stationären Hilfe nachzudenken und deren Bedeutung für die Familien zu nutzen. Hilfreich dabei ist die Arbeit mit Ritualen, Markierungsgesprächen und dem Reflektierenden Team, die kurz vorgestellt wird.

Summary

This article describes the practical work of the project "Mobile" and its theoretical framework within the stationary youth welfare service. The program addresses young people between 16 and 27 years and their families. The combination of systemic therapy and social work is central for the concept. Suggestions are made to consider the different stages of the stationary support and to utilize their different meanings for the families. The implementation of rituals, marking interviews and reflecting teams is also valuable in this context.

Haja (Johann Jakob) Molter:
Systemisches Denken und Handeln im Kontext von Jugendhilfe und Heimerziehung

S. 18-24

Zusammenfassung

In diesem Artikel beschreibt der Autor seinen persönlichen Bezug zum Thema. Danach führt er aus, wie die Dichotomie zwischen Herkunftsfamilie und Jugendhilfe aus systemischer Sicht zu überwinden ist. Er greift die Voraussetzungen auf, die durch das KJHG seit 1990 als gesetzliche Grundlagen geschaffen wurden, und erläutert dann die systemischen Konzepte -„Problemsystem" und „soziale Systeme" als mögliche Handlungsrahmen für Mitarbeiter der Jugendhilfe. Zum Abschluss formuliert er systemische Empfehlungen für die Praxis, die sich aus unterschiedlichen familientherapeutischen und systemtheoretischen Ansätzen speisen, und weist auf die grundsätzliche Bedeutung der Konzepte Selbstwert und Wertschätzung als Voraussetzung einer systemischen Haltung hin.

Summary

This article deals with the author's personal relation toward the subject. Then he describes how to overcome with a systemic approach the dichotomy between the family of origin and youth welfare service. He refers to the legal requirements what have been created by the Children and Youths Assistance Law (KJHG) since 1990. Further he explains the systemic concepts of "problem system" and "social systems" as possible conceptual framework for action. Finally are suggestions formulated based on different approaches of family therapy and systemic theories that concern the practice of youth welfare. The article closes with referring to the importance of the concept of Self Esteem and appreciation for systemic thinking and acting.

Rudolf Klein:
Überlegungen zum Verhältnis von suizidalen Handlungen und süchtigem Trinken aus systemischer Sicht

S. 25-42

Zusammenfassung

Der Artikel beschäftigt sich mit dem möglichen Zusammenhang zwischen suizidalen Handlungen und süchtigem Trinken. Der Autor widmet sich zunächst der allgemeinen Fragestellung, was wir wissen können, und illustriert die Relativität unseres Wissens anhand historisch bedingter Veränderungen im Hinblick auf suizidale Handlungen. In einem zweiten Schritt beschreibt er spezifische existenzielle Fragestellungen, für die Menschen Antworten finden müssen - diese aber nicht notwendigerweise finden. Anschließend werden auf der Basis ritualtheoretischer Überlegungen mögliche Zusammenhänge zwischen existenziellen Fragen, suizidalen Handlungen und süchtigem Trinken dargestellt. Dabei werden suizidale und süchtige Verhaltensweisen als plausible Reaktionen auf spezifische Kontextbedingungen begriffen. Der Artikel schließt mit systemtherapeutischen Ideen für den Umgang mit suizidalen Menschen, die sich auch für die Arbeit mit süchtig Trinkenden als hilfreich erwiesen haben.

Summary

The article deals with the possible connection between suicidal behaviour and addicted drinking. The author deals first with the question how the assessments about suicide have developed in different historical epochs. Going on he describes the importance of questions of human existence according to the life themes of addict drinking and suicidal patients. Afterwards on the base of ritual-theoretical considerations possible connections are shown between questions of human existence, suicidal behaviour and addicted drinking as plausible reactions to specific context terms. The article closes with systemic ideas which may support the therapeutical process.

ilke Crone, Petra Girolstein, Susanne Quistorp:
Führung in unsicheren Zeiten - Entschiedenes Plädoyer für ein neues Autoritätsverständnis

S. 43-55

Zusammenfassung

Der Beitrag versucht einige wesentliche Aspekte eines anderen Verständnisses von Führung zu beschreiben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf denjenigen Komponenten von Führung, die vor allem durch die Führungskraft selbst beeinflusst und gesteuert werden können. Wir folgen hierbei der Hypothese, dass gerade in turbulenten, unsicheren Zeiten so etwas wie Stabilität, Sicherheit und Präsenz in den handelnden Personen selbst gefördert und entwickelt werden muss, um die Chancen für das Gelingen von Veränderung und die Bewältigung von Krisen zu erhöhen. Wir orientieren uns an einem neuen (anderen) Autoritätsverständnis, welches auf physische Präsenz, innere Werte und Unterstützung im System setzt.

Summary

This article tries to describe a different understanding of todays leadership. The main aspects pointed out are dedicated to the leading person himself. We are following the hypothesis that in times of turbulences, unsafety and instability the most important thing to be developed should be selfesteem, security and "personal presence" of the acting leader himself. This might erase coping strategies during times of change and crisis. Our orientation is given by a new understanding of authority based on physical presence, personal values and support.

INTERVIEW

Hans Schindler:
Die Brücke zur Ideologie nicht überschreiten! - Ein Interview mit Arist von Schlippe

S. 56-62

BERUFSPOLITISCHES

Hans Schindler:
In der wunderschönen Zeit „Dazwischen" (2)

S. 63-67

WÜRDIGUNG

Ein Sys-Thema: Kurt Pelzer zum 60.

S. 68

REZENSIONEN

S. 69-88

NACHRICHTEN / WEINHEIMER KONTAKTE

S. 89-93

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 94-98