Systhema - Heft 3 - 2008

Vorwort

Cornelia Tsirigotis
S. 196-197

Originalbeitrag

Harlene Anderson:
Kollaborative Praxis – Eine Antwort auf unsere sich schnell ändernde Welt

S. 198-215

Zusammenfassung:

Der vorliegende Beitrag beschreibt die dem therapeutischen Ansatz der „Kollaborativen Praxis“ zugrunde liegende Arbeitsphilosophie in ihren wesentlichen Grundannahmen. Auf dieser Grundlage lassen sich die besonderen Merkmale der „kollaborativen Beziehung“ und des „dialogischen Gesprächs“, eine Haltung des „gegenseitigen Erkundens“, des „Nichtwissens“ erkennen. Praktisch verdeutlicht wird kollaboratives Vorgehen und die ihr innewohnende Haltung an Metaphern wie „Gastgeber/Gast“ und „Geschichtenknäuel“ .

Themenschwerpunkt

Den Umständen zum Trotz – systemisches und ressourcenorientiertes Arbeiten mit Familien in schwierigen Lebensbedingungen

Wolfgang Loth:
… von wegen …

S. 216-225

Wolfgang Loth:
Nicht ob, sondern wie – Überlegungen aus Anlass einer professionellen Beziehungsstörung

S. 226-243

Peter Luitjens:
Systemische Kindertherapie im Kontext struktureller Gewalt

S. 244-255

Zusammenfassung:

Dieser Artikel möchte dazu anregen, die Prozesse in der Systemischen Therapie mit Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung der gesellschaftlichen Systemebene wahrzunehmen. In Erweiterung der Überlegungen von Karl Heinz Pleyer, der 2004 „co-traumatische Prozesse in der Eltern-Kind-Beziehung“ beschrieb, werden „soziopsychische Traumatisierungen“ (Bianchi 2003) zum Verständnis schwieriger oder unbefriedigender Prozessverläufe in der Therapie herangezogen. Das Ziel dieser Überlegungen liegt vor allem darin, eigene Erwartungen an KlientInnen (Kunden?, Besucher? Oder was?) zu reflektieren, um insbesondere Haltungen wie Indifferenz oder „blaming-the-victim“ („veränderungsresistent“, „(noch nicht) therapiefähig“) zu vermeiden. Auf diese Weise könnte es uns leichter fallen, die Anstrengungen der Beteiligten angemessen zu würdigen.

Hans Lieb, Waltraud Danzeisen, Anke Goddar:
§ 8a Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz: Sicherstellung der Unversehrtheit des Kindes

S. 256-261

Hans-Jürgen Lahann:
„Geschönte Sichtweisen?“ Chancen und Risiken ressourcen- und lösungsorientierter Ansätze

S. 262-279

Karin Wisch:
Mit Abschied beginnt unser Zusammenleben

S. 280-290

Diskussion

Was macht ein systemisches Lehrbuch zu einem systemischen Lehrbuch?

S. 291-296

Rezensionen

S. 297-316

Nachrichten

S. 317-318

Weinheimer Kontakte

S. 319-320

Termine / Veranstaltungen

S. 321-324

Register Jahrgang 2008, Band 22

S. 325-330

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Systhema - Heft 2 - 2008

VORWORT

Ursel Winkler
S. 116

ORIGINALBEITRÄGE

Peter Heinl:
Die Schlinge um den Hals … der Logik?
Plädoyer für eine „unbewusste“ Medizin: Intuitive Diagnostik als „bildgebende Droge“ bei der Behandlung einer transgenerationellen Schmerzsymptomatik

S. 117-130

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand einer klinischen Fallstudie die schon in einer Serie früherer Publikationen dargestellte Dimension und den Facettenreichtum des diagnostischen und therapeutischen Potenzials von Intuitiver Diagnostik am Beispiel der Behandlung und unerwartet schnellen Auflösung einer chronischen psychosomatischen Schmerzerkrankung vor Augen zu führen. Die Arbeit versteht sich als ein Plädoyer für die Integration dieser „bildgebenden“, sich selbst-organisierenden und auf unbewussten Erkenntnisprozessen beruhenden Methodik in die konventionelle medizinische Diagnostik.

Summary:

This clinical case history aims to illustrate the diagnostic and therapeutic potential of Intuitive Diagnostics which produced an unexpected, rapid and complete resolution of symptoms in a patient with chronic back pain. Arguments are put forward towards integrating the image-generating, self-organizing and unconscious technique of Intuitive Diagnostics into the mainstream of conventional diagnostic thinking in medicine.

Simone Lamerz, Ingo Spitczok von Brisinski:
Geschmacksschule und eine Party im Bauch – Behandlung einer Fütterstörung bzw. Essstörung als spezifische Phobie

S. 131-145

Zusammenfassung:

Es wird über einen fünfjährigen Jungen mit einer ausgeprägten sensorisch aversiven Essstörung berichtet, bei dem im Rahmen der Systemischen Familientherapie auf einer Eltern-Kind-Station Interventionen, die primär auf familiäre Interaktionsmuster fokussierten, keinen Erfolg zeigten. Erst nachdem die Symptomatik des Kindes als auf das Essen bezogene spezifische Phobie interpretiert wurde, gelang es durch Symptom orientierte Interventionen während der Mahlzeiten, deutliche Verbesserungen zu erzielen. Isolierte Darbietung unterschiedlicher Nahrungsmittel zur Desensibilisierung, Ernstnehmen der Befürchtung, dass mit der Nahrungsaufnahme Schmerzen verbunden sind, Externalisierung des Schmerzes und Verwendung einer Handpuppe als Sprachrohr wurden ergänzt durch Elterncoaching.

Summary:

Tasting school and a party in the stomach – Treatment of a sensory aversive feeding disorder or eating disorder as a specific phobia. A five-year-old boy with a severe sensory aversive eating disorder was treated on a parent-child ward. While interventions that focussed familial patterns were not successful, understanding the child‘s diet as a specific phobia lead to significant improvements. Isolated presentation of different food for desensitization, acceptance of the fear that pain is connected with food intake, externalizing of the pain and use of a hand doll as a speaker were combined with parent coaching.

Thomas Gruber:
Wenn Jugendliche nicht wollen – Wege zur Kooperation mit Jugendlichen

S. 146-156

Zusammenfassung:

Jugendliche wollen immer etwas – allerdings oft nicht das, was die professionellen Helfer wollen, dass sie es wollen sollen! Es gilt in der Arbeit mit Jugendlichen, ihnen Wege aufzuzeigen, die eine Verbindung zwischen dem Wollen der Jugendlichen und dem Wollen der Erwachsenen ermöglichen. Diese Wege sollen dazu beitragen, dass die Jugendlichen sich von einer Besucherposition, das heißt von Erwachsenen geschickten jungen Menschen hin zu einer Kundenposition entwickeln. Zentrales Moment ist hierbei, dass Erwachsene die spezielle Lebenssituation von Jugendlichen und die damit verknüpften Entwicklungsaufgaben ernst nehmen und sie respektieren sowie klare Orientierungen und Strukturen vorgeben.

Summary:

Juveniles always have aims, but these aims are mostly not identical to the aims of adults. In therapeutic or social work with juveniles so it is necessary to develop possibilities for the juveniles to get in contact with the adults and to develop in this contact their own therapeutic aims. And it should not be forgotten, that the adults respect the developmental situation of the juveniles on the one hand and give them clearly defined structures und orientation on the other hand.

ERFAHRUNGSBERICHT

Brigitte Geupel:
Die Ressourcenaufstellung

S. 157-163

NACHRUF

Michael White   *29.12.1948   †05.04.2008

S. 164-166

REZENSIONEN

S. 167-182

TAGUNGSBERICHT

„Hinter den Spiegeln“
Jubiläumstagung April 2008 in Berlin: 25 Jahre BIF, 15 Jahre SG

S. 183-185

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 186-190

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Systhema - Heft 1 - 2008

VORWORT

Hans Schindler,
S. 4-6

THEMENSCHWERPUNKT: SYSTEMISCHE THERAPIE

Helmut Leuders:
Wenn (Persönlichkeits-)Teile „verrückt“ spielen, kann Verrücktheit durchaus Sinn machen. Arbeit mit dem Teile-Modell im psychiatrischen Arbeitskontext

S. 7-19

Zusammenfassung:

Bei der Teile-Methode wird die menschliche Psyche als ein System betrachtet, in dem mehrere Teile interagieren. In der Systemischen Therapie und Beratung gehört die Teile-Methode seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Methodenrepertoires. Die Interventionen, die aus diesem Konstrukt hervorgegangen sind, haben sich bereits seit vielen Jahrzehnten in der psychotherapeutischen Praxis bewährt. In der Therapie und Beratung der psychiatrischen Klientel wird die Methode bisher eher zurückhaltend angewendet, weil eine destabilisierende Wirkung befürchtet wird. Im vorliegenden Beitrag wird die Anwendung der Teile-Methode anhand eines Fallbeispieles aus der sozialpsychiatrischen Praxis beschrieben. Bei der Klientin, deren langjährige Diagnose „schizophrene Psychose“ lautete, zeigte die Anwendung der Teile-Methode integrative Auswirkungen sowohl im intrapsychischen wie auch im interpersonellen Bereich und konnte so die Lebensqualität der Klientin verbessern helfen. Auch im Umgang mit anderen psychiatrisch definierten Störungen hat sich die Anwendung der Teile-Methode bewährt.

Summary:

The parts- (or components-) approach as a method of psychosocial help considers the human psyche as a system, wherein many parts interact with each others. In the realm of systemic therapy and counselling this idea has been proven as an important tool of its methodical repertoire. Since decades interventions resulting from this construct have proved useful to psychotherapeutic work. However, in therapy and counselling of psychiatric patients this method is only rarely used, because it was worried that it might result in de-stabilising effects. The present paper describes working with the parts-construct exemplarily by a case history from social psychiatric practice. A patient with the long term diagnosis “schizophrenic psychosis” showed effects in intra-psychic and interpersonal dimensions after working with the parts-construct. This helped to improve the patient’s quality of life. Working with the parts-construct has also helped in other psychiatric defined cases.

Jürgen Singer und Hanneke Singer:
Deutschland – Deisler – Depression. Beitrag zu einer systemischen Sicht auf das Konstrukt Depression

S. 20-34

Zusammenfassung:

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Verbreitung sogenannter depressiver Störungen und reflektiert einige Aspekte der gesellschaftlichen Bedeutung dieses Phänomens. Die von Forschern meistdiskutierten Behandlungsformen werden referiert. Es werden speziell von systemischen TherapeutInnen entwickelte und beschriebene Vorgehensweisen bei sogenannten depressiven Störungen dargestellt, auch solche, die hypnotherapeutische und verhaltenstherapeutische Ansätze einbeziehen. Der Artikel schließt mit Überlegungen zu Langzeittherapien und dem Einbezug tiefenpsychologischer Hypothesen in Systemische Therapie.

Abstract:

The present paper reviews the epidemiology of so-called depressive episodes in German population including some aspects of social relevance of this phenomenon. Furthermore the authors introduce those treatments mostly discussed in research. Especially the systemic approach to the depressive episode is described including hypnotherapeutic and behaviour therapeutic advances. Reflections on long term therapies and depth psychology hypothesis are added.

Friederike Gölz:
Ressourcenorientierte Kunsttherapie

S. 35-45

Zusammenfassung:

In diesem Beitrag wird die Chance ressourcenorientierter Kunsttherapie mit Kindern und Jugendlichen thematisiert. Kunsttherapie wird als ein schöpferischer Vorgang beschrieben, der ein Testfeld für die Wirklichkeit bietet. In dieser Arbeitsweise wird unkonventionellem Verhalten und Originalität Raum gegeben und für künstlerisches Handeln genutzt. Die Auseinandersetzung mit künstlerischen Fragestellungen dient als Experimentierfeld für neue Lösungen und bietet die Möglichkeit, die Einfluss- und Veränderungsmöglichkeiten für den Alltag zu erproben.

Abstract:

The present paper discusses the propects of resources orientated art therapy with children and young adults. Art therapy is described as a creative process which provides a test area for reality. Within this mode of operation ample scope is granted for unconventional behaviour and originality of which is made for artistic expression. The discussion on artistic expectations is used as an experimental ground for new solutions. This allows to test the possibilities of influence and change in reference to everyday life.

Gerhard Waterholter:
Die Systemische Therapie mit der inneren Familie. Eine kurze Darstellung des Therapieansatzes von Richard C. Schwartz

S. 46-53

Zusammenfassung:

Es werden das Modell der Psyche und die einzeltherapeutische Vorgehensweise von Richard C. Schwartz dargestellt. Ähnlichkeiten mit Virginia Satirs „Theater des Inneren“ werden hervorgehoben. Schwartz postuliert die Existenz von Persönlichkeitsteilen, die Schmerzen aus der Kindheit tragen, und anderen, die diese Persönlichkeitsteile aus dem Bewusstsein verbannen. Er geht außerdem davon aus, dass es in der Psyche des Menschen ein „Selbst“ gibt, das grundsätzlich in der Lage ist, die Führung des Systems von Persönlichkeitsteilen zu übernehmen. Heilung geschieht, wenn ein verbannter Persönlichkeitsteil in der Gegenwart des Selbst seine Geschichte erzählen kann.
Mein besonderes professionelles Interesse gilt den Auswirkungen oft zu Recht verdrängter Trauer auf die Betroffenen und ihre Nachfolgegenerationen. Hierbei beziehe ich meinen eigenen Trauerprozess als verwaiste Mutter mit ein.

Abstract:

The present paper outlines Richard C. Schwartz’ concept of psyche and his approach of individual therapy. Similarities to Virgina Satir‘s “Parts’ Party” are emphasized. Schwartz postulates the existence of such parts of personality, which bear the pains of childhood, and other parts, which ban these parts of a personality from consciousness. Furthermore Schwartz proposes a “self” in the human psyche being basically able to guide the system of personality parts. From this point of view healing is seen as possible, when a banned part of the personality can tell its story in the presence of the “self”.

ERFAHRUNGSBERICHTE

Hans Lieb:
Schulenbegegnung lohnt sich: Katamnestische Evaluation des Seminars „Verhaltenstherapie für Systemtherapeuten“ im IFW – A & E

S. 54-63

Katharina Walckhoff:
ADHS aus konstruktivistisch-systemischer Perspektive

S. 64-73

DISKUSSION

Renate Jegodtka, Peter Luitjens:
Zur Diskussion: Systemtheorien und Praxis

S. 74-82

REZENSIONEN

S. 83-100

TAGUNGSBERICHT

S. 101-104

WEINHEIMER KONTAKTE

S. 105-106

TERMINE / VERANSTALTUNGEN

S. 107-111

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