Systhema - Heft 3 - 2007

Vorwort

Cornelia Hennecke
S. 326

Originalbeitrag

Christiane Schuchardt-Hain und Jochen Baier:
Berufliche Orientierung - ein Arbeitsfeld für systemisches Coaching in der Schule? Zu Erwartungen und Erfahrungen von Schülern und Abiturienten

S. 327-342

Zusammenfassung:

Im vorliegenden Artikel werden die Ergebnisse einer qualitativen Erhebung zu den Erwartungen und Erfahrungen von Schülern und Abiturienten bezüglich einer Unterstützung bei der beruflichen Orientierung vorgestellt und mit systemischen Perspektiven verknüpft. Zentrales Ziel der Untersuchung ist es, sich dem Thema aus der Sicht der Schüler zu nähern und ihr Expertentum als Nachfrager und Nutzer für die Weiterentwicklung entsprechender Angebote verfügbar zu machen. Die Analyse der Ergebnisse der vorliegenden Studie macht deutlich, wie sehr sich die Schüler eine Erweiterung des schulischen Unterstützungsangebots wünschen - hierzu wurden von ihnen sehr konkrete, pragmatische Vorschläge gemacht. Die von den Schülern formulierten Anliegen an ein schulinternes Unterstützungsangebot, das anhand von strukturierten Rahmenbedingungen eine individuelle Orientierung fördert, erinnern an Beratungsdesigns systemischer Coachingarbeit und laden zu einem Transfer systemischer Beratungsinstrumente und -methoden in diesen Arbeitsbereich ein.

Summary:

The following paper examines the results of qualitative research work on the experiences and the expectations of upper secondary students concerning the support they are given in their professional orientation and it links them to systemic thoughts. The main aim of the survey is to approach the issue from the students' perspective and to use their expertise as demanders and users in order to improve on related programmes. The discussion of the results clearly shows how strongly students demand more extensive aid of their schools; they made rather tangible and pragmatic suggestions. The young people expressed an interest in a school-based support which furthers orientation through a firm framework and strongly resembles the design of systemic coaching scenarios. This undoubtedly calls for a transfer of systemic methods into a career advice system available for upper secondary students.

Meike Süllow:
Die Praxis des gewaltlosen Widerstands - eine Therapeutenbefragung

S. 343-356

Zusammenfassung:

In diesem Artikel soll ein Überblick darüber gegeben werden, wie die Beratungsarbeit nach dem Modell des gewaltlosen Widerstands einige Jahre nach dessen Einführung in Deutschland in der Praxis umgesetzt wird und wie sich das Konzept insgesamt bewährt hat. Die Angaben beruhen auf den Ergebnissen einer Untersuchung, die im Rahmen einer Diplomarbeit an der Universität Osnabrück durchgeführt wurde und deren Ziel darin bestand, die Erfahrungen verschiedener Berater mit dem gewaltlosen Widerstand zu ermitteln und zu reflektieren. Zu diesem Zweck wurde eine Therapeutenbefragung durchgeführt.

Summary:

This article provides an overview of the way consultative work, following the model of non-violent resistance, has been put into practice since its introduction in Germany and evaluates the success the concept has had in general. Results of a study, which has been conducted for a thesis from the University of Osnabrück, are the basis for the information provided. The object of the thesis was to investigate and reflect upon the experiences various coaches had with the intervention model. A survey on the opinions of therapists has been carried out for this purpose.

Frank Natho:
Das Team in Tierfiguren, eine Arbeitsform zur Rollen- und Beziehungsreflexion im Team

S. 357-370

Zusammenfassung:

Das Team in Tierfiguren ist ein nützliches Arbeitsverfahren für die Teamsupervision und Teamentwicklung. Mit ihm lassen sich leicht Rollen und Beziehungen im Team reflektieren und Entwicklungsanreize für deren Veränderung schaffen. Die Arbeit mit Tierfiguren basiert auf den Grundprinzipien bildhaft-metaphorischer Arbeitstechniken und nutzt darüber hinaus die Neigung des Menschen, soziale Wirklichkeit mit Tiermetaphern zu beschreiben. Eine einfache Technik mit nachhaltiger Wirkung.

Summary:

Describing a team by animal figures seems to be a useful tool for team supervision and team development. Relationships and social roles can be reflected within groups, their changes and development incentives can be established. Working with animal figures is based on principles of pictured-metaphorical working technique and uses human addiction to describe social realities by animal metaphors. It is a simple method with a lasting effect.

Erfahrungsbericht

Evelyn Krick:
Familien - Bild(er) - Sprache

S. 371-380

Zusammenfassung:

In meiner Arbeit als Kunst- und Familientherapeutin gerate ich immer wieder in Erstaunen über die Vernetzung von Kunst, Therapie und Systemischer Familientherapie. Hier findet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Familien - über das gesprochene Wort hinaus - zum gemeinsamen bildnerischen und kreativen Gestalten zu aktivieren und damit neue Perspektiven entwickeln und bildhaft werden zu lassen. Im Artikel wird das „Dialogische Malen“ beschrieben und mit Beispielen aus der Praxis illustriert. Familien kommunizieren auf nonverbaler Ebene und übermitteln durch Farben und Symbolik ihre Botschaften. Im anschließenden Gespräch über das gemeinsame Bild bekommen individuell assoziierte Empfindungen und Phantasien Raum. In der Diagnostik als auch im Verlauf des therapeutischen Prozesses - insbesondere bei Erweiterung vom Einzelsetting zum Familiensetting - bietet diese Methode eine gute Basis.

Summary:

In my work as an art and family therapist I never fail to be amazed at the close links between art, therapy and systemic family therapy. There is a multitude of ways of animating families - through the spoken word and beyond - to join in with productive and creative activities and to develop and visualise new perspectives. The article describes dialogue painting and is illustrated with examples from practical experience. Families communicate their messages on a non-verbal level through use of colours and symbols. Associated emotions and fantasies are expressed during the following discussion about the common picture.

Bruno Körner und Elisabeth Uschold-Meier:
Familienmitglied Hochbegabung - wenn Hochbegabung die Erziehung übernommen hat. Hochbegabte Kinder in der Heimerziehung

S. 381-390

Zusammenfassung:

„Genialität hat ihren Preis“ - hochbegabte Kinder sind halt anders, dies scheint auf weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz zu stoßen. Denn Leistung hat heute gesellschaftlich offenbar einen höheren Stellenwert als gutes Benehmen. Möglicherweise sind es gesellschaftliche Prämissen wie diese, die dazu beitragen, den Boden für auffälliges Verhalten bei hochbegabten Kindern und Jugendlichen zu bereiten.

Zudem führt die Begabung ihrer Sprösslinge bei Eltern bisweilen dazu, dass sie sich - fasziniert von der Intelligenz ihrer Kinder - auf Diskussionen und Machtkämpfe einlassen, die dann zu einer Verschiebung innerfamiliärer Positionen führen. Heute scheinen harmonische Beziehungen zu Kindern als eine Art Markenzeichen für gute Erziehung zu gelten. Struktur, Grenzsetzung und das Einfordern regelgerechten Verhaltens müssen sich dem unterordnen und Kinder bekommen so mutmaßlich nicht die Sicherheit, die sie brauchen.

Jugendhilfe kann hier eine Chance sein, eingefahrene Beziehungsmuster und elterliche Hilflosigkeit aufzulösen. Kinder können in und mit der Gruppe lernen, ihr Dominanzgebaren zugunsten von regelgerechtem Verhalten aufzugeben. Das Prinzip pädagogischer Präsenz, der Blick auf die dem Verhalten zugrunde liegenden Bedürfnisse des Kindes, einzel- und -familientherapeutisches Arbeiten, Elterncoaching und Netzwerkarbeit unterstützen es dabei.

Im folgenden Artikel werden folgende Fragestellungen diskutiert:

  • Stationäre Jugendhilfe als Möglichkeit zur Musterunterbrechung für hochbegabte Kinder und ihre Familien
  • Einige konflikterzeugende Auswirkungen von Hochbegabung auf die Beziehung zwischen Eltern und Kindern und die elterliche Präsenz
  • Hochbegabte Kinder in der Heimerziehung

Summary:

Intellectual giftedness as a member of the family - when intellectual giftedness has taken over education. Highly gifted children in the residential care

„Ingeniusness has its price“ - highly gifted children are different somehow, this statement seems to be widely accepted by the society. For today performance has apparently a higher rank in society than good behaviour. Perhaps social premises like this contribute to pave the way for marked behaviour among highly gifted children and teenagers.

Moreover the talent of their offsprings - the intelligence of whom fascinates their parents - leads to the parents engaging in discussions and struggles for power which than result in an dislocation of positions within the family. Today harmonious relationships between parents and children seem to be a kind of sign for good education. Structure, drawing limits and claiming behaviour according to rules have to subordinate to that and thus children most probable don't receive the security they need.

Youth welfare service can therefore be an opportunity to dissolve repeated patterns of relationship and parental helplessness. Children can learn in and with the group to abandon their dominant behaviour in favour of behaving according to rules. The principle of pedagogical presence, the attention to the needs of the child which are based on its behaviour, individual and family therapy work, coaching parents and networking will support the child.

In the article the following issues will be discussed:

  • stationary youth welfare careas a possibility to discontinue repeated patterns for highly gifted children and their families
  • some conflict causing effects of intelectual giftedness on the relationship between parents and children and the parental presence
  • highly gifted children in child welfare

Martin Solty:
„Elterliche Präsenz“ und „GLW“ nach Haim Omer ist mehr als eine kurzfristig wirksame Methode. Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis

S. 391-398

Zusammenfassung:

Im Rahmen eines Fallberichtes soll dargestellt werden, dass die Methoden und Interventionen des gewaltlosen Widerstands (GLW) nach H. Omer nicht immer auf kurzfristige Lösungen ausgerichtet sind. Vielmehr beinhaltet die Arbeit mit der elterlichen Präsenz oft eine intensive, langfristige und auch kreative Beratung an den Einstellungen und Haltungen der Eltern.

Dabei kommt es nicht nur auf eine gute Unterstützung der Eltern an; auch der Berater und Therapeut benötigt einen guten fachlichen Rückhalt und langen Atem, um die teilweise festgefahrenen und tradierten Muster innerhalb der Familie langsam und mit entsprechender Wertschätzung aufzubrechen. Dann allerdings ist es möglich, mit einer an sich schon hoffnungslosen Familie wieder eine Perspektive und eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln. Dabei steht die auf die gute Beziehung zum Kind ausgerichtete Arbeit mit der Familie eindeutig im Vordergrund des beraterischen Handelns und Denkens.

Dirk Keienburg:
Seifenblasen im Kopf. Introspektion als Ressource für Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsproblemen

S. 399-403

Nachlese 5. Weinheimer Symposion

Helga Brüggemann:
Glücks-Kaleidoskop

S. 404-408

Jürgen Singer, Sabine Kreuels, Inge Singer-Rothöft:
… und nichts zu suchen, und nichts zu suchen, das war mein Sinn… Was wir von Goethe und Heine über das Glück erfahren …

S. 409-411

Ilke Crone:
Nachlese: Zum Glück - Wissen und Wunder(n) in der systemischen Praxis

S. 412

Short Cuts

Kurt Schneider:
Ein Quiz der anderen Art: „Wer wird Familientherapeut?“

S. 413-416

Würdigungen

Hans Lieb:
Rudolf Kaufmann zum 75. Geburtstag

S. 417

Wolfgang Loth:
„Ich sachma: Karisma…“ Jürgen Hargens zum 60.

S. 418-421

Rezensionen

S. 422-440

Abschlussarbeiten-Börse

S. 441-444

Nachrichten

S. 444

Weinheimer Kontakte

S. 445

Termine / Veranstaltungen

S. 446-450

Register Jahrgang 2007, Band 21

Systhema - Heft 2 - 2007

Vorwort

Haja (Johann Jakob) Molter
S. 139-140

32 Jahre Wissen und Wunder(n) – so ein Glück: 32 Jahre IF

Haja Molter, Arist von Schlippe:
Vielfalt statt Einfalt. Eine kurze Beschreibung des Weinheimer Modells der Systemischen Therapie und Beratung

S. 141-145

Zusammenfassung:

In ihrem Artikel schreiben die Autoren die Entwicklung des Weinheimer Modells der systemischen Therapie und Beratung weiter fort. Sie beziehen sich dabei auf ihre Veröffentlichung aus dem Jahre 1991, wo sie 4 Charakteristika des Modells thematisierten: (1) Vielfalt in und von Therapeutenpersönlichkeiten, (2) Vielfalt der Praxisfelder, (3) Vielfalt der Modelle, (4) Vielfalt im Lehrtherapeutenteam. Sie zeichnen die Entwicklungslinien nach, die zu Ihrer Sicht des heutigen Weinheimer Modells geführt haben.

Summary:

In their article the authors continue updating the development of the Weinheim model of systemic therapy and consulting. They refer to their publication in the year 1991, in which they pointed out 4 characteristics of the model: (1) Diversity in and of the therapist's personality, (2) Diversity in fields of practise, (3) Diversity in models, (4) Diversity in the team of teaching therapists. They trace the lines of development that have - according to their view - lead to today's perception of the Weinheim model.

Sandra Sturhahn:
Das Weinheimer Modell. Geschichte und Entwicklung

S. 146-161

Zusammenfassung:

Der Beitrag ist ein Auszug aus der Diplomarbeit, die Sandra Sturhahn 1999 bei Prof. Kersten Reich an der Universität zu Köln, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, angefertigt hat. Der Titel lautet: Eine Analyse des „Instituts für Familientherapie Weinheim - Ausbildung und Entwicklung e.V.“ Sie hat umfangreiche Interviews mit den damaligen Lehrtherapeutinnen und Lehrtherapeuten des Ausbildungsinstitutes IFW A&E durchgeführt, zusätzlich stand ihr das gesamte „Archiv“ des Instituts zur Verfügung. In unserem Abdruck haben wir auf den wissenschaftlichen Apparat, der aus Fußnoten mit genauen Quellen- und Literaturangaben besteht, verzichtet. Die gesamte Diplomarbeit kann zu den üblichen universitären Bedingungen eingesehen und gelesen werden. Sie umfasst 139 Seiten. Hinzukommt ein Anhang u.a. mit den Interviews der Lehrtherapeuten.

Summary:

This contribution is an excerpt of the thesis that Sandra Sturhahn has written in 1999 with Prof. Kersten Reich at the faculty of educational science of the Universität zu Köln.The title reads: an analysis of the „Institut für Familientherapie Weinheim - Ausbildung und Entwicklung e.V“. She has conducted extensive interviews with then-training therapists of the training institutes IFW, A&E. In addition to that, the whole „archive“ of the institute was at her disposition. In our copy we have left out the scientific apparatus, which consists of footnotes with exact references. The entire thesis may be viewed and read at usual university conditions. It consists of 139 pages. It also contains amongst others an appendix with interviews of the training therapists.

Hagen Böser:
Das Institut für Familientherapie in den Jahren 1997 bis 2007

S. 162-167

Zusammenfassung:

Dieser Artikel zeigt die Ereignisse im Institut für Familientherapie Weinheim - Ausbildung & Entwicklung in den Jahren 1997 bis 2007 auf. In diesen Jahren vollzog das Institut große inhaltliche und organisatorische Wandel. Die Innovationskraft und die Flexibilität aller Beteiligten ermöglichte die Veränderungen und notwendigen Anpassungen an neue Erfordernisse von innen und außen. So gehört das Institut auch in diesen 10 Jahren zu den führenden systemischen Instituten in Deutschland.

Summary:

This article illustrates the work in the „Institut für Familientherapie Ausbildung & Entwicklung Weinheim“ in the years 1997 until 2007. In these times there were great changes in form, content and logistic. The power and flexibility of all engaged has made those changes possible. So again the Institute has been one of the leading systemic institutes in Germany in these 10 years.

Cornelia Hennecke:
Von der Euphorie und Begeisterung der Gründerzeit des Institutes bis heute. Interviews mit den Gründerinnen

S. 168-173

LehrtherapeutInnen des IFW-Teams seit 1975

S. 174-175

Kerstin Schmidt, Tanja Bous:
Macht ist nicht gleich Macht! Der Gewinn eines differenzierten Verständnisses von Macht

S. 176-186

Zusammenfassung:

Über Macht als gesellschaftliches Phänomen gibt es so viele Sichtweisen, wie es Wirklichkeitskonstruktionen gibt. Eine für Systemiker besonders interessante Sichtweise ist die Machttheorie Michel Foucaults. Im Folgenden wird ein Transfer von ausgesuchten Ansichten Foucaults zu Systemischer Therapie und Beratung dargestellt. Der Artikel versteht sich als Anregung und Irritation: ein Schlüssel für einen verantwortungsvollen Umgang mit Macht liegt in einem differenzierten Verständnis und nicht zuletzt in der Loslösung des Begriffs von einer rein negativen Assoziation.

Summary:

There are as many perceptions of power as social phenomenon as there are constructs of reality. One perception that is especially interesting for systemic consultants is the theory of power by Michel Foucault. The following article illustrates a transfer of selected views by Foucault regarding systemic therapy and consulting. The article is to be understood as stimulation and irritation: one key for a responsible handling of power lies in a distinguished understanding and last but not least in separating the term from a mere negative association.

Hans Lieb: Systemkompetenz meets Störungskompetenz. Verhaltenstherapie und Systemtherapie: Therapieschulenbegegnung auf wissenschaftlicher und curricularer Ebene

S. 187-202

Zusammenfassung:

Die Zeit der Therapieschulenabgrenzungen ist vorbei. Ein Strang der anstehenden Schulenbegegnung, den wir im IFW realisieren, ist die zwischen Systemtherapie und Verhaltenstherapie. Der Beitrag skizziert hierzu zwei Arten der Schulenbegegnung: Die metatheoretische Konzeption der Allgemeinen Psychotherapie von Klaus Grawe, in der VT und ST jeweils Platz finden, sowie jeweils schuleninterne Weiterentwicklungen durch Integration von Wissens- und Interventionskomponenten der anderen in die eigene Schule. Zur Vermeidung von -Integrationsnebel wird hier auf die Einhaltung einer klaren epistemologischen Buchführung verwiesen. Als typische Merkmale der VT gelten dann störungsspezifisches Wissen und Intervenieren; st-typisch ist die Beobachter-II-Ordnung-Position mit ihren Reflexions- und Interven-tionsmöglichkeiten. Am Ende werden curriculare Fortbildungsinhalte für das VT-ST-Lernen voneinander beschrieben, wie es IFW und IFKV realisieren.

Summary:

The times in which therapy schools were drawing clear dividing lines between each other are over. One thread of a meeting of schools that is on the agenda we are realizing at the IFW is the one between systemic and behavioural therapy. This contribution outlines two ways of an encounter of schools. One is the metatheoretical conception of general psychotherapy by Klaus Grawe, in which there is room enough for both behavioural and systemic therapy. The second is in each case a further development inside the schools through the integration of knowledge- and interventional components of the other into the own school. To avoid an integrational mist we are referring here to the abidance of clear epistomological accountancy. Thus one regards as typical characteristics of behavioural therapy the dysfunction specific knowledge and intervention. Typical for systemic therapy is the observer-II-organisation-position with its possibilities of reflection and intervention. At the end there is a description of curricular training contents for the way in which behavioural and systemic therapy can learn from each other - as it is realized at the IFW and IFKV.

Haja (Johann Jakob) Molter, Hans Schindler:
Pannen und Fallen in der Teamsupervision

S. 203-207

Wolfgang Loth:
Belebte Szene - 20 Jahre Systhema

S. 208-211

Hans Schindler:
Wenn der (rote) Großvater erzählt: Vom Gesamtverein zu einem Trainer- und einem Mitgliederverein

S. 212-214

Angela Eberding:
Wie eine Perlenkette … Erinnerungen an Vorstandstätigkeit - IFW Mitgliederverein 1998 bis 2006

S. 215-217

Marion Scholz:
Vorstand mal ganz subjektiv. Institut für Familientherapie Weinheim e.V. - Mitgliederverein

S. 218-219

Gesa Jürgens, Arist von Schlippe, Mohammed El Hachimi:
Multikulturelle systemische Praxis und Theorie. Eine besondere Familientherapie Ausbildung am IFW

S. 220-221

Michael Grabbe:
Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie

S. 222-223

Claudia Terrahe-Hecking, Stephan Theiling:
Systemische Familienmedizin

S. 224-225

Hagen Böser:
Systemische Schulpsychologie

S. 226-228

Astrid Beermann-Kassner:
Meta-Didaktik. „Typisch Weinheim“: Prozess hat Vorrang vor Methode - passt das zum supervisorischen Alltag?

Essenzen nach einem Weinheimer Supervisionsseminar zum Thema Teamprozesse

S. 229-231

Haja (Johann Jakob) Molter, Karin Nöcker:
Witze in der systemischen Praxis

S. 232-238

Haja (Johann Jakob) Molter:
Weinheim geht Hindi

S. 239-240

Jörg Erb, Werner Feldes, Filiz Köhler, Birgit Lattschar, Andreas Schmitt, Regina Thren:
Typisch Weinheim - aus der Sicht von AusbildungsteilnehmerInnen. Ein möglicher Leitfaden zur Ausbildung in Systemischer Beratung

S. 241-285

Publikationen der Lehrtherapeuten des IFW A&E

S. 286-300

Nachruf

S. 301-302

Rezensionen

S. 303-312

Weinheimer Förderpreis

S. 313

Termine / Veranstaltungen

S. 314-318

Systhema - Heft 1 - 2007

Vorwort

Haja (Johann Jakob) Molter,
S. 4

Themenschwerpunkt: Biografiearbeit – systemisch gesehen

Einführung,
S. 5

Originalbeiträge

Almute Nischak:
„Endlich Antwort auf die Frage, wessen Tochter ich bin“. Systemische Erinnerungs- und Biografiearbeit im öffentlichen Raum

S. 6-18

Zusammenfassung:

Anhand persönlicher Erinnerungen zum Umgang ihrer Familie mit dem Nationalsozialismus thematisiert die Autorin den Zusammenhang zwischen der Entwicklung ihrer persönlichen und beruflichen Identität. Beide Prozesse nehmen Einfluss auf ihre Haltung und ihre gegenwärtige Praxis im Kontext systemischer Erinnerungs- und Biografiearbeit im öffentlichen Raum, das sind Erzählcafés, Podiumsveranstaltungen mit Zeitzeugen und die Gründung der Tübinger Erinnerungswerkstatt.

Summary:

Based on her own memories of her family's dealing with Nationalsocialism, the author chooses as her subject the connection between the development of her personal and her professional identity. Both processes have had an important influence on her attitude and her present field of work: systemic work with memories and biography in a public context, i.e. 'Erzählcafés' (talk cafés), panel meetings with eye-witnesses and establishing the 'Tuebinger Erinnerungswerkstatt' (Tuebingen memory workshop).

Thomas Schollas:
„Erzähl mir vom Krieg, erzähl mir vom Frieden“. Kriegszeiten erinnern - Erinnerungsarbeit im öffentlichen Raum

S. 19-30

Zusammenfassung:

Erfahrungen im Krieg sind häufig extrem belastend, manchmal traumatisierend. Wie erinnert sich ein Mann 60 Jahre nach Kriegsende an das Erlebte? Welche Erzählmuster und Bewältigungsmuster sind erkennbar? Neben einem biografischen Interview beschreibt der Autor, was es aus seiner Erfahrung im Blick auf Erinnerungsveranstaltungen im öffentlichen Raum zu bedenken gilt.

Abstract:

War experiences are often highly painful and sometimes traumatizing. How does a man remember them 60 years after the end of the war? Which patterns of narration and coming to terms with this experience can be found? The first part consists of a biographical interview, the second reflects my own experience with memorial meetings for a broader public.

Elisabeth Christa Markert:
Rituale des Erinnerns. Auschwitz - ein Ort des Gedenkens

S. 31-43

Zusammenfassung:

Auschwitz ist ein ganz besonderer Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Der Beitrag schildert meine persönlichen tiefen Erfahrungen in Begegnungen mit Auschwitz. Einmal bei einer „Erkundungsreise“ zu zweit, gemeinsam mit einer Freundin und Kollegin, und ein zweites Mal auf der solchermaßen vorbereiteten Studienreise als Leiterin einer Gruppe von Frauen. Als Theologin und Systemische Therapeutin mit dem Schwerpunkt Biografie- und Erinnerungsarbeit reflektiere ich mein Erleben und unser gemeinsames Anliegen, Fragen nach eigenen transgenerationalen Verbindungen zu beantworten und unser Vermächtnis von Schuld und Verantwortung mithilfe von Symbolen und Ritualen zu tragen.

Abstract:

Auschwitz is a very special place of remembrance and commemoration. My article reflects my own deep experience with Auschwitz. I was in Auschwitz twice; the first was a private visit with a friend and colleague to prepare the second visit with a study group of women. As a theologian and systemic therapist, I specialize on biographies and remembrance and I deal with reflecting my own memories and our common concern with questions of transgenerational relations and coping with our heritage of guilt and responsibility by means of symbols and rituals.

Heidrun Girrulat:
Erinnerung als Bestandteil der Trauerbegleitung und Traumaarbeit. Chancen und Risiken

S. 44-55

Zusammenfassung:

Trauerprozesse gestalten sich bei jedem Betroffenen einmalig und individuell. Im Umgang mit ihnen gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Im Folgenden werde ich auf die Chancen und Risiken eingehen, die Erinnerungsarbeit mit Trauernden und Traumatisierten birgt.

Mein besonderes professionelles Interesse gilt den Auswirkungen oft zu Recht verdrängter Trauer auf die Betroffenen und ihre Nachfolgegenerationen. Hierbei beziehe ich meinen eigenen Trauerprozess als verwaiste Mutter mit ein.

Abstract:

Mourning processes take individual shape in everyone concerned and there is no right or wrong way to grieve. The focus here is on chances and risks of biography work with clients affected by mourning and trauma. A particular stress is layn upon the implications of suppressed mourning on those who are affected and the following generations. Aspects of my own mourning process as an orphaned mother are also included.

Ruthard Stachowske:
Erinnerung und Biografie - oder die Erinnerung in der Biografie

S. 56-69

Zusammenfassung:

Der Autor reflektiert die Erinnerung in der Biografie als faszinierenden Dialog zwischen dem Früher und Heute - im individuellen Leben ebenso wie im System der Generationen. Dabei wird die Zeitgeschichte als einflussreiche Größe in diesen Dialog eingeführt. Der Beitrag beruht auf einer jahrelangen Erfahrung in der Tätigkeit als Familientherapeut und im System der Generationen. Der Autor stellt auch seine eigenen Reisen zu den bis dahin nicht erinnerten Orten seiner Familiengeschichte in diesen Kontext und reflektiert seine persönliche Erfahrung.

Abstract:

Memory and biography give rise to a fascinating dialogue between the past and today. This dialogue takes place in personal life and also in multi-generational family systems. Here contemporary history is shown to be its crucial factor. Based upon a wide experience in the fields of family therapy and multi-generational systems the author also reports on his journeys to some important places of his own family-history and his personal experiences.

Herta Schindler und Brigitte Schiffner:
„Nimm deine Wurzeln und geh“. Biografiearbeit unter systemischer Perspektive in der Arbeit mit Adoptiv- und Pflegekindern und deren Eltern

S. 70-82

Zusammenfassung:

Wir haben einen Rahmen vorgegeben, der Sicherheit geboten hat, waren fürsorglich und haben ermöglicht, dass die Kursteilnehmer ihre Geschichten ohne Bewertung aufschreiben und vorlesen konnten. Methoden aus dem biografischen Schreiben gaben dabei Anregungen zum Erinnern und haben gleichzeitig ein Ausufern und das Wiederholen von schon immer so Erzähltem verhindert.

In der Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen, die sich dadurch entwickelt hat, haben sich die Sozialarbeiter gezeigt, haben sich bewegen lassen und sind engagiert mitgegangen. Neue Sichtweisen und Perspektiven sind entstanden. Und das sind letztlich auch die Qualitäten, die sie für ihre Arbeit - nämlich Pflege- und Adoptivkinder und deren Familien bei der Wurzelsuche zu begleiten - brauchen.

Take your roots and walk
Biographical work from a systemic perspective in the work with adoptive and foster children and their parents - a further training for social pedagogues.

Abstract:

This article results from a further training for social pedagogues, who are working with adoptive and foster children and foster parents that took place in 2005. Initial point of the training was the question how adoptive and foster children and their parents can be supported in search of integration of the children's history The target was to bring across an understanding for the importance of this approach in relation to sustainability. Claim was also to give the specialists for adoptive and foster children services an input to strengthen their inner experience in relation to the necessity of biographical work and to bring into consciousness the perception of what has already been experienced. The process and the results of this further training shall be portrayed here.

Julio Mendivil:
Auch Lieder entwickeln soziale oder verpersönlichte Biografien

S. 83-89

Zusammenfassung:

Der Artikel argumentiert, dass sich musikalische Waren im Gebrauch in Instrumente für die Konstruktion von Kultur verwandeln und dadurch „eigene Biografien“ entwickeln. In Anlehnung an die These des indischen Ethnologen Arjun Appadurai von einer sozialen Biografie der Gegenstände werden Lieder hier als „lebensfähig“ betrachtet bzw. als Produkte, die nach einer Warenphase weitere Phasen erleben, in denen sie in bestimmte soziale oder individuelle Kontexte integriert werden. Diese Adaptationen der Lieder an verschiedene Situationen bilden das, was hier als „Biografie der Lieder“ präsentiert wird.

The Biography of Songs

Abstract:

This paper demonstrates that in being used musical commodities convert into tools for the construction of culture and develop their own biographies. Following the idea of the Indian anthropologist Arjun Appadurai about the social life of things songs are considered as „viable“ or rather as products that, after the commodity phase, experiment further phases, during which they are integrated into certain social or cultural contexts. It is these adaptations of songs to different situations what is meant by the term „biography of songs“.

Erfahrungsberichte

Bettina Fladung-Köhler:
Religiosität: Stiefkind in systemischer Ausbildung und Therapie? …

S. 90-100

Short Cuts

Eduard W. Müller:
Why is Charles always so unhappy?!

S. 101-105

Nachrufe

S. 106-110

Rezensionen

S. 111-124

Abschlussarbeiten-Börse

S. 125-126

Weinheimer Kontakte

S. 126

Termine/ Veranstaltungen

S. 127-130

Register Jahrgang 2006, Band 20