Psychosoziale Prozessbegleitung

Psychosozialer Prozessbegleiter – ein neues Berufs- und Arbeitsfeld

Die Weiterbildung zur Psychosozialen Prozessbegleitung im Strafprozess führen wir in Kooperation mit der Systemischen Gesellschaft (SG) durch. Diese Prozessbegleitung dient dem aktiven Opferschutz und stellt ab 1. Januar 2017 einen Rechtsanspruch dar. Daraus entsteht in den nächsten Jahren ein erheblicher Bedarf an dieser beruflichen Qualifizierung, deren Inanspruchnahme für die betroffenen Opfer kostenfrei ist und die von den Gerichten auf gesetzlicher Basis vergütet wird. Für Systemische Coaches, Beraterinnen, Supervisorinnen als auch für andere ­Professionen aus dem psychosozialen Kontext eröffnet sie ein neuartiges und attraktives Aufgaben-, Berufs- und Tätigkeitsfeld. Im Kern geht es um die professionelle Begleitung und vorbeugende sowie nachsorgende Unterstützung von Opfern, sowohl während der strafrechtlichen Ermittlungen als auch während der gerichtlichen Verhandlungen.

Wesentliches Ziel ist es, die Opfer gegen (Re-) Traumatisierungen und das Abgleiten in eine persistierende „Opfer-Identität“ mit ihren zahlreichen sozialen und gesundheitlichen Risiken („sekundäre Viktimisierung“) zu schützen. Um die Professionalität dieser Arbeit zu gewähr­leisten, stehen der versierte Umgang insbesondere mit lösungs-, ressourcen- und entwick­lungsorientierten Ansätzen im Vordergrund sowie mediative Verfahren im Sinn des Täter-­Opfer-Ausgleichs. Im Hinblick auf die Ermittlungen sind psychosoziale Prozessbegleiterinnen strikt der Neutralität verpflichtet.

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Teilnahmevoraussetzungen

Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, ist ein Studium der Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik oder Sozialen Arbeit (Uni oder FH) und berufliche Erfahrung beziehungsweise eine vergleichbare berufliche Ausbildung und Tätigkeit erforderlich.

Die zertifizierte Ausbildung zur Psychosozialen Prozessbegleiterin umfasst vier Blöcke zu je drei Tagen, zzgl. zwei Tage Supervision, zwei Tage angeleitete Intervision sowie zwei eigenständige Fallarbeiten mit eintägigem Kolloquium und Praxis-Evaluation.

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Inhalte

Das Ausbildungsprogramm ist interdisziplinär ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen folgende theoretisch wie praktisch fundierte Inhalte:

  • Einführung und rechtliche Grundlagen
  • Reflexion der eigenen Rolle und professionellen Neutralität
  • Systemisches Arbeiten im Kontext des Opferschutzes
  • Sicherer Umgang von psychosozialer Prozessbegleitung mit den weiteren Akteuren im Rechtssystem
  • (Polizei, Richterinnen, Staatsanwaltschaft, Verteidigung)
  • Theorie und Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung
  • Bewerten von Täter-Opfer-Systemen
  • Grundlagen und Anwendungsgebiete der Viktimologie
  • Prävention der Sekundär-Viktimisierung
  • Psychotraumatologie und posttraumatische Resilienz
  • Sozialpsychologische, kommunikationstheoretische, neurobiologische, Entwicklungs- und klinisch psychologische Grundlagen
  • Traumatologische Fachpädagogik im Rahmen der aktiven Krisenprävention
  • Besondere Anforderungen im Kontext der Vor- und Nachbetreuung von Opfern
  • Aufgaben der psychosozialen Unterstützung bei der Hauptverhandlung
  • Viktimologie im Strafprozess, Qualitätssicherung, Eigenvorsorge
  • Mediativ-systemische Ansätze im Täter-Opfer-Ausgleich

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Kosten

Die Ausbildung kostet insgesamt € 4.200,-

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Psychosoziale Prozessbegleitung

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